fullscreen: Berliner Banken

mit der Malthusschen Bevölkerunglehre nicht zu verein- 
baren. Wer diese Lehre mit Adolf Wagner in ihrem Kern 
als unumstößlich ansieht, muß wissen, daß wir das Gebiet, 
das uns die Vorssehung zugeteilt hat, mit den Waffen in 
der Hand verteidigen müsssen, wenn wir nicht untergehen 
wollen. 
Flürscheims Krikenlehre. 
lürscheims Kris e nl e h r e, die von ihm in den Vor- 
q seiner Reformbestrebungen gestellt worden 
war, ist seit langer Zeit ganz aus der Erörterung ver- 
schwunden. Seine Bücher werden in der Bodenreform 
Literatur kaum noch erwähnt. Selbst sein letztes Werk 
hat darin keine Änderung hervorgerufen. Es isst ihm 
damit nach meiner Ansicht ein Unrecht zugefügt worden, 
das ich mich bestrebt habe, wieder gut zu machen. Flür- 
scheim will die Ursache des wirtschaftlichen Notstandes in 
der im arbeitlosem Zins- und Grundrentengenuß wur- 
zelnden Anhäufung von Reichtümern in Einzelhänden 
sehen, deren Besitzer ihre Einkommen nicht aufbrauchen. 
Nach seiner Meinung ist dadurch ein ständig zunehmnder 
Ausfall im nationalem und internationalem Güterver- 
brauch herbeigeführt worden, den die verbrauchwilligen 
und bedürftigen Volksmassen nicht ergänzen können. 
Damit ist die Zinsfrage an das Problem der Grundrente 
geknüpft worden und Flürscheim hat immer in der Wir- 
kung der Bodenreform auf den Zins die Hauptsache ge- 
sehen.*) 
Mit dem schwinden der Möglichkeit, sich der steigenden 
Grundrente zu bemächtigen und Kapitalien in Hypothe- 
ken, Pfandbriefen oder Schuldverschreibungen des Staats 
oder der Gemeinden anzulegen, muß der Zinsfuß nach 
Flürscheims Ansicht bis auf einen Bruchteil sinken. Er 
ist sogar der Ansicht gewesen, daß der Zins schließlich ganz 
*) Vergl. S. 98 u. 107. 
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