Schlesien: Freiburg, Riemberg, Schweidnitzer Bezirk.
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Schnallen schlagen, das kiloweise bezahlt wird, werden Verdienste von
2, 3, 4, 5 Mk. in 14 Tagen erzielt. Angaben, die Hosenknöpfe und
die Aufhänger betreffend, waren leider nicht zu erlangen.
Mit diesen Schilderungen ist eigentlich das Thema über die Heimarbeit
in der Metallindustrie Schlesiens in der Hauptsache erschöpft.
Ergibt sich schon für oben angeführte Gruppen, daß nur eine geringe
Zahl für die Heimarbeit in Betracht kommt, so ist die Zahl der in
der Messerindustrie u. s. w. beschäftigten Heimarbeiter noch geringer.
In der Messerindustrie, die i» dem Städtchen Miemberg und im
Schweidnitzer WezirK betrieben wird und in der etwa 250 Personen
beschäftigt werden, sind ilach unseren bisherigen Ermittelungen höchstens
ein Dutzend Heimarbeiter vorhanden. Diese sollen ja nun, nach einem in
Nr. 13 im zweiten Jahrgang der Zeitschrift Das Handwerk erschienenen
Artikel über die Bedeutung der Riemberger Messerindustrie zufolge,
lohnenden Verdienst haben. Es heißt dort: „Ferner arbeiten noch einige
Meister nach alter Methode allein, jedoch deren Zahl verringert sich
mehr und mehr, denn sofern die Leute sich nicht dem Großbetrieb
zuwenden und zu Hause arbeiten, nehmen sie doch
aus diesem die vorgearbeiteten Rohbestandteile entgegen, um
diese teils fertig als Messer, teils bis zu einem gewissen
Grade verarbeitet, dahin bei leichter Arbeit und lohnendem (!)
Verdienst wieder abzuliefern. Mit dem lohnenden Verdienst kann
es nicht weit her sein. Ein Heimarbeiter beispielsweise, der noch dazu
nebenbei Chausseearbeiter ist, verdient nur 2 Mk. wöchentlich. In der
Silbermarenindustrie wird auch noch kein Dutzend Heimarbeiter in
der ganzen Provinz zusammen kommen. Hier sind es Frauen, welche
Polierarbeiten leisten. Der Verdienst ist auch hier gering, 6 bis 7 Mk.
pro Woche. Schließlich haben wir noch nachweisbar in der Blechwarensabrikation
einige „heimliche" Heimarbeiter, Leute, die vermeintlich
während ihrer zehnstündigen Arbeitszeit im Betrieb nicht genug schaffen
und sich dann noch Arbeit, zumeist ohne Wissen des Unternehmers und
immer zum Schaden der Allgemeinheit, mit nach Hause nehmen. Solche
Art Heimarbeiter mögen übrigens noch in anderen Gewerben auch
vorhanden sein.
Breslau.
Fr. Schlegel.