Full text: Wirtschaft als Leben

28 
,Der Wertgedanke“, 
„Wohl über keinen Gegenstand der Nationalökonomie ist die Literatur 
eine so ausgedehnte, sind die Ansichten so verschiedene, als über den Wert. 
Aber von keiner jener Untersuchungen kann gesagt werden, daß sie grund 
sätzlich die Herrschaft erlangt habe: in unentschiedenem Streite stehen sie 
einander gegenüber, und es verbleibt für jeden, der über diesen grundlegenden 
und wissenschaftlich noch immer problematischen Begriff der Volkswirtschafts 
lehre zur Klarheit gelangen will, vor allem die Aufgabe: in einer notge 
drungenen Auseinandersetzung mit den Vorgängern zuzusehen, wie sich deren 
zum Teil so scharfsinnige Untersuchungen in förderlicher Weise verwenden 
lassen.“ (O. Gerlach, a. a. O. S. i.) 
„Zunächst löste man Schritt für Schritt den eigentlichen Wert von der 
bloßen Nützlichkeit ab. Die ersten Versuche in dieser Richtung waren aller 
dings noch wenig glücklich. So war die Betonung, daß der Wert immer 
in einem subjektiven menschlichen Urteil über die Nützlichkeit fußen müsse 
(Storch, Lotz, Friedländer u. a.) zwar ganz richtig, aber noch nicht 
ausreichend, während die von anderen (z. B. Soden, Rau, Knies) ver 
tretene Auffassung, daß der Wert der Grad der Nützlichkeit sei, mehr nur 
eine dialektische als eine sachliche und zudem kaum eine zutreffende Unter 
scheidung beider Begriffe bedeutete. —“ 
(E. v. Böhm-Bawerk, Art. „Wert“ im „Handwörterbuch usw.“ 
von Conrad usw., S. 684.) 
„Der Gedanke, daß der Wert seinem Wesen nach in der Beziehung der 
Güter zu den Bedürfnissen gelegen sei und seiner Größe nach durch den 
Nutzen bestimmt werde, welchen die Güter in Hinsicht auf die Befriedigung 
von Bedürfnissen gewähren, ist im Gegensätze zur Lehre der englischen 
Tauschwertschule schon von den älteren deutschen Volkswirten Jacob, 
Soden, Lotz, Hufeland und Storch, sowie von dem französischen 
Volkswirte Louis Say ausgesprochen und weiterhin von Rau, Herman 
— festgehalten worden.“ 
(v. Komorzynski, D. Wert i. d. isol. Wft. Wien 89, S. 65.) 
„Knies erkennt in dem Werte, gleich wie viele seiner Vorgänger den 
Grad der Brauchbarkeit eines Gutes für menschliche Zwecke, eine Ansicht, 
welcher ich jedoch um dessentwillen nicht folgen kann. —“ 
(Menger, Grundsätze der V. W. L., S. 78, Anm.) 
„Die Grundzüge, die wesentlichen Leitsätze der Lehre vom Wert ent 
stammen dem Denken des Mittelalters.“ 
(Dietzel, Theoretische Sozialökonomik. 1. Band, von Wagner, 
Lehr- und Handbuch, 95, S. 210.) 
„Die bedeutendste Anregung, um das Wesen des Wertes zu erfassen, 
hat meines Erachtens C. Menger gegeben.“ 
(Zuckerkandel, Z. Th. d. Preises, S. 317.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.