Contents: Russlands Bankerott

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Geld lieh - eine Erscheinung, die uns heute 
bei so manchen Emissionen exotischer Staaten 
wieder begegnet. Und schließlich könnte«-das 
Zarenreich, auf die österreichische Erfahrung 
von 1868 gestützt, eine Kurssteigerung im 
Hinblick aus die Besserung der Finanzlage 
erwarten. 
Darum ist es notwendig, beizeiten darauf 
vorzubereiten, welche Vorkehrungen gegen 
einen russischen Bankerott zu treffen sind; 
rasche und doch sehr schwierige Ei 
nigung zwischen ganz verschiede 
nen nationalen Organisationen ist 
unbedingt nötig, und zu diesem Zweck 
sind umfassende Vorarbeiten erforderlich. Es 
ist hier nicht unsere Sache, auszuführen, wie 
ein Arrangement aussehen müßte; von weit 
reichenden Eingriffen in die Verwaltung, 
Kommissionen von Delegierten usw. ist hier 
natürlich keine Rede. Aber es könnte wohl 
Sicherheils- eine temporäre Zinsreduktion be- 
leistung fürdie willigt werden, wenn zum Entgelt für die 
Schuld' heute schwer bedrohten Staatsanleihen eine 
Sicherheit geboten würde. Das wäre der 
ehrenhafteste Ausweg, er würde das Staats 
budget entlasten und andererseits die Gläu 
biger nicht schädigen, da durch die Spezial 
sicherheit die heute so stark gesunkenen Mrse 
sehr günstig beeinflußt würden. Von einer 
späteren Restitution könnte man aus den 
früher erwähnten Gründen absehen. 
James Steuart bezeichnete im 18. Jahr 
hundert den Staatsbankerott als gänzlichen 
Untergang einer Nation, und einer der Mata- 
boren der liberalen Oekonomie forderte den 
" Uö Staat auf, lieber unterzugehen, als seinen 
Verpflichtungen untreu zu werden; wir den 
ken heute ruhiger darüber, geben dem Staat 
das Recht, in kritischer Zeit im Ein 
vernehmen mit denGlänbigern sich 
Luft zu verschaffen und den Staatshaus 
halt so zu ordnen, daß für die 
Folgezeit eine sichere Coupon-
	        
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