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Erster Abschnitt.
konkreten Formen und nützlichen Eigenschaften der wirklichen Ar-
beiten abstrahiert wird. Ihre eigene positive Natur tritt ausdrücklich
hervor. Sie ist die Reduktion aller wirklichen Arbeiten auf den
ihnen gemeinsamen Charakter menschlicher Arbeit, auf die Veraus-
gabung menschlicher Arbeitskraft.
Die allgemeine Wertform, welche die Arbeitsprodukte als bloße
Gallerten unterschiedloser menschlicher Arbeit darstellt, zeigt durch
ihr eigenes Gerüste, daß sie der gesellschaftliche Ausdruck der
Warenwelt ist. So offenbart sie, daß innerhalb dieser Welt der all-
gemein menschliche Charakter der Arbeit ihren spezifisch gesell-
schaftlichen Charakter bildet,
2. Entwicklungsverhältnis von relativer Wertiorm
und Aequivalentiorm.
Dem Entwicklungsgrad der relativen Wertform entspricht der
Entwicklungsgrad der Aequivalentform. Aber, und dies ist wohl zu
merken, die Entwicklung der Aequivalentform ist nur Ausdruck und
Resultat der Entwicklung der relativen Wertform.
Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware
macht eine andere Ware zum einzelnen Aequivalent. Die entfaltete
Form des relativen Wertes, dieser Ausdruck des Wertes einer Ware
in allen andern Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger be-
sonderer Aequivalente auf. Endlich erhält eine besondere Waren-
art die allgemeine Aequivalentform, weil alle andern Waren sie zum
Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.
In demselben Grad aber, worin sich die Wertform überhaupt
entwickelt, entwickelt sich auch der Gegensatz zwischen ihren beiden
Polen, der relativen Wertform und der Aequivalentform.
Schon die erste Form — 20 Ellen Leinwand =— 1 Rock — ent-
hält diesen Gegensatz, fixiert ihn aber nicht. Je nachdem dieselbe
Gleichung vorwärts oder rückwärts gelesen wird, befindet sich jedes
der beiden Warenextreme, wie Leinwand und Rock, gleichmäßig
bald in der relativen Wertform, bald in der Aequivalentform. Es
kostet hier noch Mühe, den polarischen Gegensatz festzuhalten.
In der Form B kann immer nur je eine Warenart ihren rela-
tiven Wert total entfalten oder besitzt sie selbst nur entfaltete rela-
tive Wertform, weil und sofern alle andern Waren sich ihr gegen-
über in der Aequivalentform befinden. Hier kann man nicht mehr
die zwei Seiten der Wertgleichung — wie 20 Ellen Leinwand —
i Rock oder — 10 Pfd. Tee oder == 1 Qrtr. Weizen usw. — umsetzen,
ohne ihren Gesamtcharakter zu verändern und sie aus der totalen
in die allgemeine Wertform zu verwandeln.
Die letztere Form, Form C, endlich gibt der Warenwelt all-
gemein-gesellschaftliche relative Wertform, weil und sofern, mit
einer einzigen Ausnahme, alle ihr angehörigen Waren von der all-
gemeinen Aequivalentform ausgeschlossen sind. Eine Ware, die
Leinwand, befindet sich daher in der Form unmittelbarer Austausch-