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betreibt. Demgemäß wurde im Jahre 1895 Anna Gould,
eine von Jays Töchtern, in die Gräfin Castellane ver-
wandelt, und der Graf erhielt die Gelegenheit, viele der
Gouldschen Millionen für sich in Anspruch zu nehmen.
Während der folgenden elf Jahre machte er einen fröhlichen
Gebrauch davon, streute mit verschwenderischer Frei-
gebigkeit Millionen aus und trieb phantastische Possen,
bis eine Ehescheidung ihnen ein grausames Ende bereitete.
Aber Mme Gould stieg auf den Seiten des Gothaer Kalenders
noch höher auf. Der Nachfolger des Grafen ist der Herzog
von Sagan, ein bemerkenswerter Sproß seines Hauses, der
seine wichtige Rolle spielt, indem er zeigt, wie der feudale
Adel, oft der gestohlenen Besitzungen zu Hause durch Re-
volutionen und Verschwendung beraubt, sich bequem schad-
los halten kann, indem er sich mit gestohlenen Gütern aus
neueren Ländern verbindet.
Der Kampf um die weitere Existenz
Würden wir zu großen Nachdruck auf die Bestrebungen
und Taten der Familie Gould in gesellschaftlicher Hinsicht
legen, so würden wir den riesenhaften Industriekampf in
den Schatten stellen, in den sie verwickelt wurden. Nach
Jay Goulds Tode nahmen der Reichtum und die Besitzungen
der Familie bedeutend zu, und ihre Eroberungen wurden
weiter ausgedehnt.
Aber dieser Fortschritt wurde nicht ungehindert ge-
stattet. Die allerletzten Jahre leiteten, worauf wir schon
hingewiesen haben, einen furchtbaren Kampf um die aus-
schließliche Beherrschung der Hilfsquellen der Nation ein.
Wenn wir;fünfzig Jahre zurückblicken, so sehen wir eine
große Anzahl kleiner wichtigtuender Fabrikherren, von denen
jeder seine eigne kleine Eisenbahn oder Fabrik betrieb.
Dann tritt eine Veränderung ein; große, energische Kapi-
talisten entwickeln sich, die mit den kleinen Herren Krieg
führen, sie mit guten oder schlechten Mitteln vernichten,
ihre Besitzungen an sich reißen und zu großen Systemen ver-
einen. Die kleinen Eisenbahnbesitzer verschwinden, und
an ihre Stelle treten herrschsüchtige Magnaten wie die