der chemischen Zusammensetzung in dem Sinne durchgeführt
werden, daß nur solche Schlacken dieser Verwendungsart
zugeführt werden, welche erfahrungsgemäß der Einwirkung
der Atmosphärilien gegenüber genügende Widerstandsfähig-
keit. besitzen. Immerhin gelangt für diesen Zweck nur ein
kleiner Teil des Schlackenentfalls zur Verwendung.
Es erwächst den Hochofenwerken die unangenehme und
kostspielige Aufgabe, den größten Teil dieser ihrer Schlacken
auf Halden abzuführen, die sich in der Nähe der Hochofenwerke
zu künstlichen Bergen auswachsen. Hochofenwerke, welche
in der Nähe von Steinkohlengruben liegen, die ihre abgebauten
Flöze im Wege des Spülversatzverfahrens mit erdigen Mate-
rialien. wieder ausfüllen, können ihre Schlacken auch durch
Anwendung eines Wasser- oder Luftgranulationsverfahrens in
Schlackensand verwandeln und sie dann den Kohlengruben als
Versatzmaterial zuführen.
‚Für das Auge unsichtbar, in Wirklichkeit aber in viel
größerer Menge als die bisher behandelten Produkte des Hoch-
ofens, entweichen den Öfen an ihrem oberen Ende, der Gicht,
die Hochofengichtgase. Vor etwa 50 Jahren brannten
diese Gase regelmäßig oben an der Gicht. Ihre Energie wurde
also gar nicht ausgenutzt, und die Hochöfen entsandten tags-
über gewaltige Mengen staubiger Abgase in die Umgebung
und leuchteten nachts als immer brennende Fackeln meilen-
weit durch das Land. Man hat inzwischen gelernt, diese Gicht-
gase in sorgfältigster Weise abzufangen, sie von Staub zu be-
freien. und einer nutzbringenden Verwendung zuzuführen.
Jedes Kilogramm Koks, welches im Hochofen . verarbeitet
wird, liefert etwa 4% cbm derartiger Gase. Wenn deshalb
ein Ofen, wie in vorstehendem bereits erwähnt wurde, täglich
1000 oder mehr Tonnen Koks vergast, so entweichen der Gicht
4.500 000 :cbm Gas.
4U
7