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Vizekonsuls Nicholas rechtzeitig nach Glückstadt beordert worden,
so daß sie den Franzosen entgingen; dafür wurden auf Elbe und
Weser auch neutrale, schwedische, russische, preußische Schiffe mit
Embargo belegt. In den ersten Tagen herrschte große Verwirrung,
zumal die sich überstürzenden französischen Mandate vielfach unklar
und widerspruchsvoll waren. Bereits am 21. November hatte
eine Bekanntmachung des Senats die Beschlagnahme englischen
Gutes, sowie die schriftliche Deklaration aller Gelder und Waren,
verfügt, die aus englischen Manufakturen herrührten. Alan hatte
aber anzugeben vergessen, von welchem Datum ab der Gewinn
aus dem englischen Wareuhandel zu berechnen sei, auch war zunächst
von einer Beschlagnahme der Kolonialwaren nicht die Rede. Die
harten Strafandrohungen schüchterten viele derartig ein, daß sie
in übergroßer Ängstlichkeit auch Kolonialprodukte neutralen Ur
sprungs deklarierten, andere wieder suchten den Umfang ihrer
Depots zu verschweigen. Mit Eifer bemühte sich die verstärkte
Kommerzdeputation, die seit Ende November ständig tagte, Ordnung
in das Chaos zu bringen. Endlich trat etwas größere Beruhigung
ein, die Kaufmannschaft atmete auf, als die angedrohte Versiegelung
der Hamburger Bank aufgeschoben wurde und der Gesandte bef'
Kommerzdeputation die beruhigende Versicherung gab, der Kaise^
sei willens, die Bank (in der damals 90 Millionen Mark Banko^
lagerten) „als Heiligtum zu betrachten".
Eins der Hauptobjekte der französischen Konfiskationsmaßregeln
war der englische „Court", die seit den Tagen der Königin
Elisabeth in Hamburg bestehende Faktorei der Merchant Adventurers.
Die meisten Engländer waren rechtzeitig geflohen, nur sechs ver
heiratete Courtmitglieder hatten es vorgezogen in Hamburg zu
zu bleiben, teils weil sie ihrer Familie wegen nicht so schnell fort
konnte», teils um das Eigentum des Courts zu überwachen. Un
mittelbar nach dem Einmarsch der Franzosen wurde an letzteres
die Siegel gelegt, die sechs Zurückgebliebenen erklärte Mortier für
Kriegsgefangene und ließ ihnen eröffnen, daß man sie deninächst
nach Verdun transportieren werde. Doch gelang es, zum Teil
durch Bestechung Bourriennes, einen Aufschub und weitere Kon
zessionen zu bewirken, sodaß die Courtmitglieder bald über ihr
persönliches Schicksal beruhigt sein durften. Auch finanziell
widerfuhr ihnen ganz unverdientes Glück. Das Warenlager des
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