Full text : Das kommunistische Manifest

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schaft  als  regelndes  Gesetz  aufzuzwingen.  Sie  ist  unfähig  zu  herrschen,
weil  sie  unfähig  ist,  ihrem  Sklaven  die  Existenz  selbst  innerhalb  seiner
Sklaverei  zu  sichern,  weil  sie  gezwungen  ist,  ihn  in  eine  Lage  herabsinken ­
  zu  lassen,  wo  sie  ihn  ernähren  muß,  statt  von  ihm  ernährt  zu
werden.  Die  Gesellschaft  kann  nicht  mehr  unter  ihr  leben,  d.  h.  ihr
Leben  ist  nicht  mehr  verträglich  mit  der  Gesellschaft.
Die  wesentliche  Bedingung  für  die  Existenz  und  für  die  Herrschaft
der  Bourgeoisklasse  ist  die  Anhäufung  des  Neichthnms  in  den  Händen
von  Privaten,  die  Bildung  und  Vermehrung  des  Kapitals;  die  Bedingung ­
  des  Kapitals  ist  die  Lohnarbeit.  Die  Lohnarbeit  beruht  ausschließlich ­
  auf  der  Konkurrenz  der  Arbeiter  unter  sich.  Der  Fortschritt
der  Industrie,  dessen  willenloser  und  widerstandsloser  Träger  die  Bourgeoisie ­
  ist,  setzt  an  die  Stelle  der  Jsolirung  der  Arbeiter  durch  die
Konkurrenz  ihre  revolutionäre  Vereinigung  durch  die  Assoziation.  Mit
der  Entwicklung  der  großen  Industrie  wird  also  unter  den  Füßen  der
Bourgeoisie  die  Grundlage  selbst  hinweggezogen,  worauf  sie  prodnzirt
und  die  Produkte  sich  aneignet.  Sie  prodnzirt  vor  Allem  ihren  eignen
Todtengräber.  Ihr  Untergang  und  der  Sieg  des  Proletariats  sind
gleich  unvermeidlich.

H.
Proletarier  und  Kommunisten.
In  welchem  Verhältniß  stehn  die  Kommunisten  zu  den  Proletariern
überhaupt?
Die  Kommunisten  sind  keine  besondere  Partei  gegenüber  den  andern
Arbeiterparteien.
Sie  haben  keine  von  den  Interessen  des  ganzen  Proletariats  getrennten ­
  Interessen.
Sie  stellen  keine  besonderen  Prinzipien  auf,  wonach  sie  die  proletarische
Bewegung  modeln  wollen.
Die  Kommunisten  unterscheiden  sich  von  den  übrigen  proletarischen
Parteien  nur  dadurch,  daß  sie  einerseits  in  den  verschiedenen  nationalen
Kämpfen  der  Proletarier  die  gemeinsamen,  von  der  Nationalität  unabhängigen ­
  Interessen  des  gesummten  Proletariats  hervorheben  und
zur  Geltung  bringen,  andererseits  dadurch,  daß  sie  in  den  verschiedenen
Entwicklungsstufen,  welche  der  Kampf  zwischen  Proletariat  und  Bourgeoisie ­
  durchläuft,  stets  das  Interesse  der  Gesammtbewegung  vertreten.
Die  Kommunisten  sind  also  praktisch  der  entschiedenste,  immer  weiter
treibende  Theil  der  Arbeiterparteien  aller  Länder;  sie  haben  theoretisch
vor  der  übrigen  Masse  des  Proletariats  die  Einsicht  in  die  Bedingungen, ­
  den  Gang  und  die  allgemeinen  Resultate  der  proletarischen
Bewegung  voraus.
Der  nächste  Zweck  der  Kommunisten  ist  derselbe  wie  der  aller  übrigen
proletarischen  Parteien:  Bildung  des  Proletariats  zur  Klasse,  Sturz
der  Bourgeoisieherrschaft,  Eroberung  der  politischen  Macht  durch  das
Proletariat.
Die  theoretischen  Sätze  der  Kommunisten  beruhen  keineswegs  auf
Ideen,  auf  Prinzipien,  die  von  diesem  oder  jenem  Weltverbesserer  erfunden
oder  entdeckt  sind.
            
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