Full text : Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Verbandes deutscher Chokolade-Fabrikanten

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In  der  2.  Resolution  wird  der  Tadel  ausgesprochen,  daß  Chokolade
nur  als  Luxusartikel,  nicht  als  Nahrungs-  und  Genußmittel  zollseitig  behandelt ­
  worden  wäre.
Die  3.  Resolution  hebt  das  inkorrekte  Verzollungsverhältniß  des
Rohkakao  zuni  verarbeiteten  Kakao  hervor,  wobei  beispielsweise  erwähnt
wurde,  daß  die  Einsührung  und  Verarbeitung  des  Rohproduktes  im  Jnlande
  bei  entöltem  Kakao  gewissermaßen  bis  zu  M.  7.82  pro  50  kg  bestraft ­
  wird.
Sehr  wichtig  ist  die  4.  Resolution,  welche  in  erster  Linie  die  gänzliche ­
  Beseitigung  des  Rohkakaozolles,  zum  Allermindesten  aber  eine  Beseitigung ­
  des  erwähnten  Mißverhältnisses  bei  der  Verzollung  von  Rohkakao
und  verarbeitetem  Kakao  anstrebt.
Resolution  5  spricht  sich  für  Rückvergütung  der  Zölle  bei  Ausfuhr
auf  die  in  einer  Chokolade  enthaltenen  Rohstoffe  aus,  während
Resolution  6  eine  Verletzung  der  Handelsverträge  Seitens  Frankreichs
durch  Gewährung  einer  Konzession  an  Belgien,  ohne  daß  durch  Deutschland ­
  Einspruch  hiergegen  erhoben  wurde,  berührt.
Nachdem  diese  Resolutionen  allseitig  beifällige  Aufnahme  gefunden
hatten,  ging  man  zur  zweiten  Frage,
„Der  Schaffung  eines  Verstandes  deutscher  Chokolade-Fabrikanten",

über,  welche  einstimmige  Bejahung  fand.
Man  beschließt  die  Wahl  eines  aus  3  Mitgliedern  bestehenden  Ausschusses ­
  unter  Cooptationsmöglichkeit  auf  5  Mitglieder  und  Zuziehung  eines
ausführenden  Beamten,  der  jedoch  nur  berathende  Stimme  haben  soll.
Aus  der  Wahl  gingen
Moser-Stuttgart,
Hauswaldt-Magdeburg  und
Aulhorn-Dresden
hervor,  sowie  als  geschäftsführendes  Mitglied
Dr.  Landgraf-  Stuttgart.
Unter  den  weiteren  Beschlüssen  ist  zu  erwähnen,  daß  Veröffentlichungen ­
  durch  die  Presse  in  Sachen  des  Verbandes  künftig  nur  durch
Vermittelung  des  Verbandes  geschehen  dürfen,  während  die  auch  aus  den
7.  Januar  ausgedehnte  Verhandlung  die  Schaffung  unserer  heute  noch
bestehenden  „Schwarzliste"  ergab  und  Besprechungen  über  einen  von  Berlin
eingegangenen  Vorschlag,  betreffs  einer  Vereinbarung  über  die  Preise  der
Fabrikate,  stattfanden.
Sehr  eingehender  und  zeitweise  sehr  erregter  Meinungsaustausch  fand
darüber  statt,  welche  Stoffe  künftig  aus  der  deutschen  Chokoladefabrikation
verbannt  werden  sollten.  Man  behielt  sich  vor,  hierüber  eine  Vereinbarung
auf  der  nächsten  Verbandsversammlung  zu  treffen  und  wählte  Leipzig  als
nächsten  Versammlungsort.
            
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