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D.
Arbeiter - Anerkennungs-Urkunden.
Nachdem bereits 1886 in Mannheim darauf hingewiesen worden
war, daß es von Werth sein würde, altgedienten Arbeitern eine Auszeichnung
durch den Verband zukommen zu lassen, man aber damals
wegen Nichtanwesenheit des Antragstellers nicht schlüssig geworden war,
wurde 1890 in Bremen zum Beschluß erhoben, daß Arbeiter und Arbeiterinnen,
welche mindestens 25 Jahre in dem Betriebe eines Verbandsmitgliedes
gearbeitet haben, durch von dem Verbände auszustellende Diplome
geehrt werden sollen. Die Diplome werden in doppelten Exemplaren
ausgefertigt, wovon das Eine dazu bestimmt ist, in dem betreffenden Betriebe,
das Andere in der Behausung des Jubilars aufgehäugt zu werden.
Seit Einführung dieser Urkunden sind 222 Jubilare damit ausgezeichnet
worden.
II. Bestrebungen des Verbandes.
A.
Die Reinhritsbestrrbung.
Wie bereits im Eingang erwähnt, gab der Wunsch, gegen die in der
Chokolade-Industrie herrschenden Mißstände den Kampf aufzunehmen, nicht
wenig Veranlassung zur Einberufung der Frankfurter Versammlung.
Nicht allein auf unsere Branche, sondern auf die gesammte Nahrungsmittel-Industrie
fand das geflügelte Wort: „Billig und schlecht" Anwendung.
Lag es an dem konsumirenden Publikum, das unter der Nachwirkung
wirthschaftlich schlechter Zeiten immer nur nach dem Billigsten frug und
nur dann bessere Preise anlegte, wenn dafür Auslandsfabrikate, denen bekanntlich
unter der Herrschaft der Freihandelspolitik die Pforten weit geöffnet
wurden, zu haben waren?
Oder lag es an den die Preise stets mehr und mehr herabdrückenden
Zwischenhändlern?
Oder lag es möglicherweise auch an uns selbst? Es würde zwecklos
sein, darüber jetzt rechten zu wollen, nur kann hier die Thatsache
nicht übergangen werden, daß es galt, die herrschenden Zustände
mit kräftiger Hand zu beseitigen. Dies erkannte man in Frankfurt und
sieben Monate später gelangte man in Leipzig zu einem Beschluß, welcher