Object : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II.  Buch.  Der  Güteraustausch.

Ist  dies  in  der  That  der  Fall?  Um  sich  darüber  klar  zu  werden,  mus
man  zunächst  die  Thatsache  im  Auge  behalten,  daß  sich  die  Preise  nicht  allein
nach  dem  Stande  des  Tauschwerthes  des  Geldes  richten,  sondern  zum  guten
Theile  von  den  Veränderungen  in  den  Productionsverhältnissen  und  den  M
daraus  ergebenden  Schwankungen  von  Angebot  und  Nachfrage  abhängen.
dieser  Hinsicht  ist  zunächst  der  Uebergang  vom  Steigen  zum  Fallen  der  Preise
in  Betracht  zu  ziehen,  welcher  sich  mit  einer  gewissen  Regelmäßigkeit  etwa  alle
7—11  Jahre  vollzieht,  wenn  nicht  besondere  Ereignisse,  z.  B.  ein  großer
Krieg,  dazwischen  treten.  Ein  solcher  Wechsel  erweist  sich  als  die  Folge  dir
veränderten  Dispositionen  der  Unternehmer,  welche  anfangs  auf  günstige  Chancen
hoffen,  sich  infolge  dieser  Hoffnung  zu  immer  weiterer  Ausdehnung  ihrer  Geschäfte ­
  angetrieben  fühlen,  endlich  einer  Ueberproduction  gegenüberstehen  und
durch  deren  Eintritt  zu  vorsichtiger  Haltung  angetrieben  werden.  Diese  Bewegung ­
  auf-  und  abwärts  berührt  die  Großzahl  der  Productionszweige.  NM
gewisse  Arten  von  Unternehmungen  können  sich  dank  besondern  Umständen
stätig  entwickeln.
Bon  besonderer  und  unter  Umständen  sogar  noch  weit  größerer  Wichtig^
sind  ferner  die  Preisschwankungen,  welche  in  einer  Aenderung  der  allgemeinen
Productionsbedingungen  wurzeln.  Eine  solche  Aenderung  findet  z.  B.
wenn  sich  in  einem  Productionszweige  gewisse  technische  Fortschritte  vollzogt
haben,  oder  wenn  sich  die  Transportverhältnisse  gewisser  Güter  günstiger  9 f
stalten.  In  solchen  Fällen  stellt  sich  der  Preis  der  betreffenden  Artikel  dauern
billiger.  In  gleicher  Weise  können  sich  natürlich  auch  bleibende  Preiserhöhung^
infolge  die  Production  erschwerender  Umstände,  erhöhter  Steuerlasten  u.  seinstellen.

Es  gibt  Zeiten,  in  welchen  sich  diese  verschiedenen  Factoren  der
bildung  gegenseitig  in  ihren  Wirkungen  neutralisiren,  andere,  wo  sie  sämtü
in  einer  Richtung  wirken,  und  solche,  in  welchen  sich  der  eine  oder  der
ganz  vorherrschend  geltend  macht.  Das  letztere  war  z.  B.  während  der  Peri»  ^
der  Fall,  welche  mit  den  ersten  aus  Californien  und  Australien  nach  Euķ
strömenden  Goldzuflüssen,  also  ungefähr  mit  dem  Jahre  1850  begann  u"
bis  etwa  zum  Jahre  1877  währte.  Die  Goldfülle,  die  sich  dazumal  u
die  europäischen  Länder  ergoß,  hatte  eine  höchst  beträchtliche  PreissteigerU
zur  Folge.  Eine  sehr  genaue  Statistik  der  Preise  von  100  verschiedenen,
der  Hamburger  Börse  gehandelten  Waren  aus  den  Jahren  1847  bis  l 8
besonders  hervorragende  Namen  Ad.  Soetbeer,  F.  X.  v.  Neumann-Spalls
P.  Leroy-Beaulieu,  der  Russe  Arthur  Raffalowich,  Cl.  Jannet  I  "
appendice,  la  question  monétaire  en  1892,  p.  571  ss.)  u.  a.  entgegen.  ..  ,
1  Siehe  den  betreffenden  Aufsatz  von  Ad.  Soetbeer  in  Conrads  JahrbM
für  Nationalökonomik  und  Statistik  (Jena)  Jahrg.  1881.
            
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