Full text: Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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Ein Dreher bewohnt mit Frau und 5 Kindern im 
Alter von 1—12 Jahren eine Stube und Küche 
für eine Miete von 279 M. 
bei einem Einkommen von 1800 - 
Miete vom Einkommen 15^ 
Ein Gürtler bewohnt mit seiner Frau und einem 
einjährigen Kinde eine Stube und Küche für 282 M. 
bei einem Einkommen von 1500 - 
Miete vom Einkommen 19 ^ 
Ein Schlosser bewohnt mit Frau und 3 Kindern 
im Alter von 3—11 Jahren 2 Stuben und 
Küche für 506 M. 
bei einem Einkommen von 1500 - 
Miete vom Einkommen 20 % 
Diese Angaben mögen genügen. Sie zeigen, daß die 
Miete im allgemeinen zwischen 13—27 % des Einkommens 
schwankt. Die Frauen besorgen, wenn die Familie groß ist 
oder die Kinder noch sehr jung sind, ausschließlich die Wirt 
schaft, sodaß in diesen Fällen nur das Einkommen des 
Mannes in Betracht kommt. Die_Mieten—sind um 15—20^ 
niedriger, als sie sonst in der betreffenden Gegend für der 
artige Wohnungen üblich sind; doch liegt der Hauptvorteil 
für den Mieter ja nicht in dem geringeren Preise sondern 
darin, daß er eine für sich abgeschlossene Wohnung besitzt 
mit eigenem Wasserldoset, daß er im Hause waschen und 
baden kann, daß ihm mannigfache Vorteile und Annehmlich 
keiten ans dem genossenschaftlichen Leben erwachsen und 
daß ihm seine Wohnung nicht gekündigt und daß ihm die 
Miete, so lange er seinen Vertrag einhält, nicht gesteigert 
werden kann. Außerdem ist noch anzuführen, daß ihm ein 
reichlicher Kindersegen nicht zum Fluche bei der Wohnungs 
suche werden kann. 
Der einzelne Mieter hat mit der Hausreinigung nichts 
zu tun; sie ist gewöhnlich einem bestimmten Mieter über 
tragen, der dafür eine gewisse Entschädigung erhält. Stö 
rungen des Mietsverhältnisses kommen selbstverständlich in 
diesen Häusern wie in allen anderen vor, der Grund liegt häufig 
an den Frauen, die sich nicht miteinander vertragen können.
	        
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