Full text : Die Entwickelung der eingetragenen Genossenschaften in Preussen während des letzten Jahrzehnts

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I 898  <899  1900  1901  1902  1903  1904
b)  bei  den  Genossenschaften  mit  unbeschränkter  Nachschusspflicht
im

Königreich  Preussen

139

143

149

152

157

158

162

in  den  Provinzen

Ostpreußen

95

94

97

100

109

94

94

Westpreußen  ....

30

36

55

74

81

78

85

Brandenburg  ....

47

56

60

65

74

89

114

Pommern

58

56

66

65

63

50

52

Posen

47

23

23

26

27

26

47

Schlesien

87

90

89

91

95

64

64

Sachsen

156

166

171

178

184

193

197

Schleswig-Holstein  .

195

199

200

214

213

190

113

Hannover

189

198

204

212

212

221

224

Westfalen

10S

114

126

139

130

132

143

Hessen-Kassau  .  .  .

27

25

24

24

24

23

23

Rheinland

398

390

401

357

375

385

353

c)  bei  den  Genossenschaften

mit  beschränkter  Haftpflicht

im

Königreich  Preussen

183

192

197

204

192

187

191

in  den  Provinzen

Ostpreußen  .....

43

41

52

66

72

118

137

Westpreußen  ....

109

152

169

185

161

164

173

Stadtkr.  Berlin  .  .  .

312

217

281

307

285

290

345

Brandenburg  ....

291

285

271

205

146

155

161

Pommern

149

163

170

175

161

150

142

Posen

93

108

125

146

153

150

160

Schlesien

547

556

539

546

469

431

370

Sachsen

156

161

165

178

176

167

165

Schleswig-Holstein  .

199

197

229

259

287

296

274

Hannover

168

185

181

189

187

186

188

Westfalen

178

170

164

160

153

138

147

Hessen-Nassau  .  .  .

195

190

191

233

243

253

299

Rheinland

149

156

167

175

179

178

187

Holienzollern  ....

168

103

104

107

106

105

113.

3.  Oie  Genossenschaften  nach  dem  Gegenstände  des
Unternehmens.
Die  Entwickelung  der-  Genossenschaften  nach  den  wichtigsten ­
  Gegenständen  des  Unternehmens  wird  für  die  Zeit  von
1  g9g  bis  1905  in  der  Tabelle  III  des  Tabellenwerkes  veranschaulicht. ­
  In  dieser  Tabelle  sind  die  Kreditgenossenschaften,  die
Rohstoffgenossenschaften,  die  Produktivgenossenschaften,  die
Konsumvereine  und  die  Wohnungs-  und  Baugenossenschaften
behandelt.  Auch  für  diese  Genossenschaftsgruppen  sind  der
Vergleichung  wegen  in  der  Tabelle  6  die  Zahlen  vom  Jahre  1890
ah  aus  den  Listen  des  Schulze  -Delitzschen  Verbandes  beigebracht. ­
  Sie  sind  ein  Beitrag  zur  Beantwortung  der  Frage,  ob
und  wie  die  Errichtung  der  Preußischen  Central-Genossenschafts-Kasse ­
  von  Einfluß  auf  die  Entwickelung  dieser  Genossenschaftsarten ­
  gewesen  ist.  .  Gerade  bei  der  Unterscheidung  nach
dem  Gegenstände  des  Unternehmens  müßte  sich  dieser  Einfluß
am  ehesten  scharf  nachweisen  lassen,  da  ja  die  Hoffnung  auf
den  Kredit  der  Anstalt  und  dessen  Gewährung  nicht  für  alle
Genossenschaftsarten  gleich  stand;  manchen  Arten  wird  der
Kredit  der  Anstalt  wegen  der  Eigenart  ihres  Geschäftsbetriebes ­
  vielleicht  überhaupt  nicht  oder  nur  in  ganz  geringem
Umfange  zugute  kommen.  Freilich  bleibt  auch  dann  noch
manches  unsicher;  beispielsweise  wird  die  Entwickelung  der
Baugenossenschaften  durch  die  Bereitstellung  von  etatsmäßigen
Reichs-  und  Staatsmitteln,  die  Mitte  der  90  er  Jahre  einsetzte,
zweifellos  mehr  beeinflußt  worden  sein  als  durch  die  Errichtung
und  die  Tätigkeit  der  Preußischen  Central  -  Genossenschafts-Kasse.
  Bedauerlicherweise  ist  es  nach  dem  Stande  der  genossenschaftsstatistischen ­
  Unterlagen  nicht  möglich,  eine  zuverlässige ­
  Scheidung  der  Genossenschaften  in  gewerbliche  und
landwirtschaftliche  vorzunehmen.  Man  wolle  darüber  die  Ausführungen ­
  in  den  „Mitteilungen  zur  deutschen  Genossenschaftsstatistik ­
  für  1903“,  Seite  28  bis  30  und  33  Ms  35,  vergleichen.
Weiter  unten  wird  aber  wenigstens  nach  den  Jahrbüchern  des

Allgemeinen  (jetzt  Reichs-)  Verbandes  der  deutschen  landwirtschaftlichen ­
  Genossenschaften  die  Entwickelung  der  landwirtschaftlichen ­
  Genossenschaften  nachgewiesen.
Aus  der  nebenstehenden  Tabelle  6,  an  die  sich  zeitlich  die
Angaben  der  Tabelle  III  des  Tabellenwerkes  anschließen,  ergibt ­
  sich  bei  den  Kreditgenossenschaften  vom  Jahre  1895  ab
ein  überaus  starkes  Ansteigen;  die  Zunahme  gegen  das  Vorjahr
betrug  im  Jahre  1895  25  %,  1896  sogar  38  %.  Hier  wird  man
den  Einfluß  der  Errichtung  der  Preußischen  Oentral-Genossenschafts
  -  Kasse  auf  die  Kreditvereinsbewegung  als  wirksam
betrachten  dürfen.  In  der  Folgezeit  hat  das  Bestehen  der
Anstalt  dann  nicht  mehr  so  stark  oder  gar  nicht  auf  die  Vermehrung ­
  dieser  Genossenschaften  eingewirkt;  die  auch  dann
noch  bestehende  Zunahme  der  Kreditgenossenschaften  darf
man  vielmehr  als  natürliche  Folge  der  wirtschaftlichen  Entwickelung ­
  ansehen.  —  Anders  ist  es  mit  den  übrigen  Genossenschaften: ­
  Rohstoff-,  Produktiv-  und  Konsumgenossenschaften
lassen  bis  1897  hin  gar  keinen  steigernden  Einfluß  der  Kreditanstalt ­
  erkennen;  von  den  Wohnungs-  und  Baugenossenschaften
kann  mit  Rücksicht  auf  das  oben  gesagte  das  gleiche  gelten.
Zerlegt  man  die  Jahre  von  1890  bis  1905  in  drei  gleiche
Abschnitte,  so  umfaßt  der  erste  davon  die  Jahre,  in  denen
es  an  der  staatlichen  Förderung  durch  eine  eigene  Kreditanstalt ­
  fehlte,  allerdings  auch  noch  eine  Zeit,  in  der  die
Errichtung  einer  solchen  in  sicherer  Aussicht  stand  und
gleichsam  ihren  Schatten  in  die  Genossenschaftsbewegung
vorauswarf.  Die  beiden  anderen  Zeitabschnitte  sind  die  des
Bestehens  und  der  geschäftlichen  Tätigkeit  der  Preußischen
Central-Genossenschafts-Kasse  unter  den  beiden  ersten  Präsidenten. ­

Um  für  diese  drei  Zeitabschnitte  die  Genossenschaftsbewegung ­
  zu  veranschaulichen,  sind  die  nachstehenden  Zahlen
berechnet,  und  zwar  auch  für  die  einzelnen  Provinzen,  weil
in  diesen  teilweise  ganz  verschiedene  genossenschaftliche
Entwickelungsvorgänge  stattgefunden  haben.
Die  Zunahme  betrug

a)  von  1890  bis  1895

im  Staate

bei

bei
Rohbei


Probei


Konbei


Wobb

  ezw.

Kreditstoff-









  den  Provinzen:

Genossenschaften

Königreich  Preussen  .  .

1  172

189

416

305

72

vom  Hundert

71

107

68

81

313

Ost-  u.  Westpreußen  .  .

98

2

53

—

4

vom  Hundert

55

17

77

—

400

Brandenburg  mit  Berlin

115

6

24

—  1

9

vom  Hundert

91

100

60

—  3

150

Pommern

28

16

39

2

2

vom  Hundert

58

400

95

40

—

Posen

41

10

12

—

4

vom  Hundert

38

1000

39

—

—

Schlesien

267

2

10

—  13

3

vom  Hundert

191

40

27

—  23

—

Sachsen

32

28

62

50

2

vom  Hundert

25

311

155

66

50

Schleswig-Holstein  .  .  .

8  ■

—  4

16

2

7

vom  Hundert

18

—  9

11

67

350

Hannover

76

36

106

45

16

vom  Hundert

67

95

92

68

800

Westfalen  '.  .

69

—

40

49

9

vom  Hundert

38

—

118

72

300

Hessen-Nassau

224

41

19

14

5

vom  Hundert

81

105

119

61

250

Rheinland  m.  Hohenzoll.

■  214.

52

35

157

11

vom  Hundert

70

347

83

341

367;

b)

von  1895

bis  1900

Königreich  Preussen  .  .

3  083

153

646

—  85

190

vom  Hundert

109

42

63

—  12

200

Ost-  u.  Westpreußen  .  .

276

1

62

—  1

5

vom  Hundert

100

7

51

—  50

100

[Fortsetzung -  des  Textes  auf  Seite  22.]
            
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