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die deutschen Fabriken noch Boiled beef (frisch in Bouillon einge
kochtes Rindfleisch) sowie Corned pork (Schweinefleisch) in Dosen
an, jedoch nur in geringen Quantitäten, da der Konsum darin nicht
bedeutend ist. Auch zu diesen letzteren Fabrikaten wird nur in
ländisches Fleisch verwendet.
Als Gegenstück zu der früher erwähnten amerikanischen Büchsen
fleischbereitung möge auch eine eingehende Beschreibung der deut
schen Fabrikation folgen.
Während in den amerikanischen Fabriken nur, wie oben er
wähnt, einzelne Teile des Tieres zu Corned beef verarbeitet werden,
verwendet die deutsche Industrie zu dem gleichen Zwecke das sämt
liche Fleisch, die guten wie die geringeren Stücke. Nachdem d aS
Fleisch von den Knochen und dickeren Fettstücken befreit ist, wird
es in kleinere Teile zerschnitten, mit einer Mischung von Salz, Sal
peter und Zucker eingesalzen und dann in große Fässer oder Zement
bottiche fest eingestampft. In diesen Gefäßen verbleibt das Fleisc
14—16 Tage, bis es vollkommen durchsalzen ist und hierdurch em c
schöne rote Färbung bis in seine innersten Teile erhalten hat. So
dann wird das Fleisch in Kesseln mit Dampfheizung zirka 2 Stunden
vorgekocht, alsdann in passende Stücke zerschnitten. Nachdem man
das Fleisch mit einer starken Gelatinelösung, sowie mit eingedickter
Fleischbouillon vermengt hat, wird das Ganze in Dosen gefüllt-
Dieser Zusatz ist nötig, um eine schnittfeste Ware zu erhalten. Meist
werden die Dosen jetzt nicht mehr verlötet, sondern mittelst Maschinen
druckes luftdicht verschlossen. Die weitere Behandlung der Dosen
ist eine sehr interessante. In den Deckel der Dose wird mit einem
Stahldorn ein kleines Loch gestoßen und auf dieses ein Stückchen
Lötzinn gelegt. Alsdann kommen die Dosen in einen Apparat, der
die Luft aus den Dosen saugt. Da in diesem Vakuumapparat, der
eine elektrische Lötvorrichtung enthält, auch eine Beleuchtungsem
richtung angebracht ist, so kann man durch ein starkes Glasfenster
das Innere von außen her genau beobachten. Die Dosen stehen a
einer Scheibe, die von außen geführt wird, auch der Lötkolben W1
von außen geleitet. Nach Entfernung der Luft berührt man mit dem
glühenden Lötkolben das auf jeder Dose liegende Stück Zinn, ' v °
durch die Dose vollkommen geschlossen wird. Man arbeitet a s °
hierbei im luftleeren Raum. Später gelangen die Dosen in eine 11
Autoklav (Dampfkochapparat), in dem die Ware durch g es P ann ^
Dampf steril gemacht wird. Die Sterilisation ist vollzogen, wenn
Dosen im Innern eine Temperatur von 116 0 Celsius erreicht hah 611 ’
was mittelst einer sinnreichen Vorrichtung erkennbar ist. Nachdem