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Jean Jacques Cuny
In Firma: David Cuny Sohn & Co.
Erster Vorsteher der Kaufmannschaft 1837—1843.
Quellen über Jean Jacques und seine Vorfahren sind schriftliche Aufzeichnungen von Jean Jacques
Cunys Großvater gleichen Namens, übermittelt durch Lerrn Regierungsrat Cuny zu Magdeburg.
Ferner Auszüge aus der Kolonieliste von 1699 her. v. Dr. Richard Beringuier. Berlin 1888. — Notes
sur l’eglise reformee de Nettencourt u. CI. IN. Magdeburgs che Zeitung 1811 Ro. 149 und 1844 Ro. 1.
ie Familie Cuny stammt aus Nettencourt bei Bar le Duc. Ihr Arahn
j Samuel Cuny, Kaufmann, geb. etioa 1610, trat zum Calvinismus über
und erzog feinen Sohn Daniel, geb. 1657, in derselben Religion, deren
freie Äbung durch das Edikt von Nantes (1598) zugestanden worden war. Zur
Zeit der Negierung Ludwig XIV., als die Aufhebung des Ediktes eben erfolgt
war (1685), hielt es Daniel Cuny für geboten, mit seiner Familie nach Deutsch
land zu fliehen. Zu dem Zweck, so entnehmen wir einer llus übermittelten Äber-
fetzung alter Aufzeichnungen, begab er sich mit einem Freunde zu Pferde auf
den Weg nach Frankfurt a. M. Anterwegs wurden sie aufgegriffen und vor
den Gerichtshof zll Metz geschleppt. Die Mutter Daniels, die davon Kenntnis
erhalten hatte, konnte durch persönliches Eingreifen bewirken, daß der Gericht-
staud nach Bar le Duc verlegt wurde. Pier wurden zwar die Fliichtlinge, nach
dem sie 6 Monate im Gefängnis gesessen hatten, wegen ihres Fluchtversuches
zu lebenslänglicher Galeerenstrafe verurteilt, aber die Vollziehung des Arteils
wurde, nachdem die Mutter Daniel Cunys die Maitreffe des Intendanten der
Provinz bestochen hatte, auf ein Jahr verschoben. Daniel mußte, das war die
Bedingung, ein Jahr lang täglich zum Geistlichen der Parochie gehen, um sich
in den Lehren der katholischen Religion unterrichten zu lasten, und nach Ver
lauf eines Jahres feinen Glauben abschwören. Er kam seinen Verpflichtungen
anfangs gewissenhaft nach; aber nach einigen Stunden riet ihm der Geistliche
selbst, bei seiner Religion zu bleiben und einen neuen Fluchtversuch zu machen.
Die Duldsamkeit dieses trefflichen Mannes war um so bewunderungswürdiger,
als der Fanatismus, mit dem die Protestanten verfolgt wurden, nunmehr seinen
Pöhepunkt erreicht hatte. Inzwischen wurden langsam alle Waren in Geld um
gesetzt und die Mutter, die Frau und die drei Söhne nach Frankfurt geschickt,
während die älteste Tochter bei Daniel Cuny blieb. Endlich, als alles fertig und
bereit war, ließ er einen eisernen Behälter mit seinem Vermögen in der Achse
seines Wagens verbergen, nahm von dem Geistlichen Abschied und entkam nach