Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

186

Künstliche  Düngemittel.

1.  Freie  Phosphorsäure  (vergl.  S.  148).
2.  Wasserlösliche  Phosphorsäre  wie  bei  Superphosphat  (S.  180).
3.  (Sesamtphosphorsäure  ebenso  wie  bei  Superphosphat  (S.  182).  Differenz
zwischen  Gesamt-  und  wasserlöslicher  Phosphorsäure  gibt  die  unlösliche  Phosphorsäure. ­

4.  Schwefelsäure,  Kalk  und  Magnesia.  5  g  Substanz  werden  mit  verdünnter
Salzsäure  gekocht,  in  einen  Literkolben  filtriert,  mit  heißem,  salzsäurehaltigem
Wasser  bis  zu  1  1  ausgewaschen  bezw.  aufgefüllt,  in  100  ccm  des  Filtrats  die
Schwefelsäure  und  in  50  ccm  Kalk  und  Magnesia  bestimmt.
Enthält  die  Lösung,  wie  bei  dem  Phosphatgips,  gleichzeitig  Eisenoxyd  und
Tonerde,  so  werden  diese  nach  dem  Abstumpfen  der  Salzsäure  wie  bei  Boden  (S.  24)
erst  mit  essigsaurem  Natrium  abgeschieden,  in  der  essigsauren  Lösung  der  Kalk
durch  oxalsaures  Ammon  und  im  Filtrat  hiervon  die  Magnesia  durch  phosphorsaures
  Natrium  gefällt.
Bei  Einstreugips  kann  man  auch  1-  2  g  der  fein  gepulverten  Substanz
durch  anhaltendes  Kochen  mit  einer  Lösung  von  kohlensaurem  Kalium  —  kohlensaures ­
  Natrium  ist  nicht  so  gut  —  zerlegen  oder  noch  zweckmäßiger  mit  4—6
Teilen  kohlensaurem  Natriumkalium  im  Platintiegel  zusammenschmelzen  und  die
Schmelze,  indem  man  Tiegel  mit  Inhalt  in  ein  Becherglas  oder  in  eine  Porzellanschale ­
  bringt,  mit  Wasser  behandeln.  Die  Flüssigkeit  wird  einige  Zeit  bis  zur  vollständigen ­
  Auflösung  der  schwefelsauren  und  kohlensauren  Alkalien  gekocht,  heiß
filtriert,  der  Rückstand  mit  ammoniak-  und  ammoniumkarbonathaltigem  Wasser  ausgewaschen, ­
  das  Filtrat  auf  ein  bestimmtes  Volumen  (etwa  200  ccm)  gebracht  und  im
Filtrat  die  Schwefelsäure  bestimmt,  indem  man  die  Lösung  unter  Bedecken  des  Becherglases ­
  mit  Salzsäure  ansäuert  und  mit  Chlorbaryum  versetzt.  Den  Filterrückstand
von  der  Schmelzelösung  kann  man,  wenn  er  nur  aus  kohlensaurem  Calcium  besteht,
direkt  anhaltend  glühen  und  als  Kalk  wägen.  Ist  auch  auf  Tonerde,  Eisenoxyd  und
Magnesia  Rücksicht  zu  nehmen,  so  löst  man  unter  Bedecken  des  Trichters  den
Niederschlag  vom  Filter  mit  salzsäurehaltigem  Wasser,  oxydiert,  versetzt  mit
Ammoniak,  fällt  im  Filtrat,  wie  üblich,  erst  den  Kalk  und  dann  die  Magnesia.
5.  Saud  und  Unlösliches.  Der  Filterrückstand  von  der  Auflösung  von  5  g
in  salzsäurehaltigem  Wasser  wird  nach  dem  Trocknen  geglüht  und  als  Sand  +
Unlösliches  gewogen.
6.  Feuchtigkeit.  Vergl.  S.  136.
XIII.  Kalisalze,  Kochsalz  und  Viehsalz.
1.  Feuchtigkeit.  Der  Verband  landwirtschaftlicher  Versuchs-Stationen ­
  im  Deutschen  Reiche  hat  für  die  Wasserbestimmung  in  Kalisalzen
folgendes  Verfahren  vereinbart: 1 )
„10  g  der  Probe  werden  im  bedeckten  Platintiegel  über  kleiner
Flamme  etwa  10  Minuten  hei  dunkeier  Rotglut  erhitzt.  Bei  chlormagnesiumhaltigen
  Salzen  ist  die  Probe  mit  frisch  ausgeglühtem  Ätzkalk ­
  zu  überschichten.“
Beim  Beginn  des  Erhitzens  wird  man  zweckmäßig  die  Flamme  sehr  vorsichtig ­
  unter  dem  Tiegel  hin  und  her  bewegen  und  erst  nach  dem  Aufhören  des
Knisterns  ständig  mit  kleiner  Flamme  bis  zur  Gewichtsbeständigkeit  glühen.
Falls  organische  Stoffe,  z.  B.  wie  bei  dem  mit  Wermutkraut  denaturierten
Viehsalz  oder  in  Torf-Kainit  vorhanden  sein  sollten,  so  bestimmt  man  den

*)  Landw.  Versuchs-Stationen  1892,  42,  172.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.