Metadata : Die Eisenindustrie in Südrußland

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so  gestattet  doch  der  Prohibitivzoll  auf  Roheisen,  auch  hier  eine  bedeutende ­
  Menge  Roheisen  abzusetzen.  Die  staatlichen  Gewehrfabriken
sind  hier  die  Hauptkonsumenten.  Der  einzige  wichtige  Konkurrent
des  Südens  ist  auch  in  diesem  Bezirk  das  Uralgebiet,  das  die  billige
Wasserverbindung  ausnutzen  kann.
Die  Roheisenpreise  in  Südrußland  schwanken  gegenwärtig  zwischen
46—49  Kop.  pro  Pud.  Seit  der  Krisis,  als  die  Preise  bis  auf
36  Kop.  pro  Pud  gefallen  waren,  haben  sie  sich  relativ  nicht  wesentlich ­
  gehoben.  Die  Erklärung  dieser  Tatsache  liegt  in  der  starken
Konkurrenz  unter  den  einzelnen  Roheisenproduzenten.  Hier  fand
keine  Kartellierung  des  Absatzes  statt,  obwohl  eine  Reihe  von  Maß
nahmen  in  dieser  Richtung  unternommen  wurde.  Der  Unterschied
in  den  Selbstkosten  bei  der  Roheisenherstellung  in  den  einzelnen
Hüttenwerken  bildet  noch  immer  ein  großes  Hindernis,  für  dieses
Produkt  ein  Syndikat  zu  bilden.  Das  spezielle  Roheisen,  wie  Ferrosilicium
  usw.  ist  dagegen  schon  seit  dem  Jahre  1902  kartelliert.  Die
Kartellierung  war  so  gestaltet,  daß  die  Werke  Verträge  mit  einer
privaten-  Firma  schlossen,  in  denen  sie  diese  Firma  als  einzige  Vertreterin ­
  im  Verkaufe  dieses  speziellen  Roheisens  anerkannten 1 .
Kartelliert  sind  auch  die  Produkte  des  Roheisengusses,  wie  Röhren  usw.
Die  Kartellierung  der  Röhrenproduzenten  wird  aber  bis  jetzt  geheim
gehalten;  die  Verwaltung  des  Syndikats  selbst  befindet  sich  in  Berlin.
b)  Fertige  Produkte.
Nach  der  Krisis  im  Jahre  1901  wendete  sich  bekanntlich  die
südrussische  Eisenindustrie  von  den  Eisenbahnartikeln  ab  und  ging
hauptsächlich  zur  Produktion  von  Marktsorten  über.  Den  Markt
für  diese  Produkte  kann  man  in  drei  besondere  Absatzgebiete  zerlegen. ­
  Es  sind:  1.  Eisenkonsumtion  der  Fabriken  und  Werkstätten,
hauptsächlich  für  die  weitere  maschinelle  Bearbeitung;  2.  direkte
städtische  und  3.  direkte  ländliche  Konsumtion  der  Eisenprodukte.
Von  größter  Bedeutung  ist  die  erste  Kategorie.  Sie  stellt  aber
selbst  nur  einen  weiteren  Produktionsabschnitt  dar,  den  die  Eisenprodukte ­
  durchzumachen  haben,  um  später  als  Metallerzeugnisse  an
die  Konsumenten  zu  gelangen.  Ein  Teil  dieser  Eisenerzeugnisse
kommt  dann  als  Reparaturmaterial  in  den  Produktionsprozeß  zurück,
ein  anderer  gelangt  an  die  ländlichen  oder  städtischen  Konsumenten.
Der  städtische  Verbrauch  bildet  für  die  Eisenprodukte  ein  sehr
wichtiges  Absatzgebiet.  Die  Städte  wachsen  rascher  als  die  Bevölkerung ­
  im  ganzen;  dementsprechend  wächst  auch  der  städtische
Eisenverbrauch.  Die  Hauptgegenstände  des  Absatzes  sind  hier
Schwellen,  Träger,  Dachblech  usw.

1  Kaffenhaus,  a.  a.  0.,  S.  79.
            
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