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Futtermittel.
Vorgang fallen der Eeihe nach ab: Grannen, Gemisch von Spelzen mit wenig Keimen,
weiter Gemische von Spelzen, Keimen und Silberhaut (Fruchtsohale) und zuletzt
vorwiegend Silherhaut mit Mehlendosperm sowie Teilen des abgeriebenen Putz -
mittels (Weizenschalen, Spelzen usw.) als weißes Eeis mehl. Es gibt daher eine
Eeihe Eeisabfallmehle mit einem größeren oder geringeren Gehalt an Spelzen; einen,
nur aus der Silherhaut bestehenden Abfall, der der Eoggen- und Weizenkleie ent
sprechen würde, gibt es nicht. Eeisspelzen, welche, für sich vermahlen, vielfach zur
Verfälschung anderer Futtermittel dienen, haben gar keinen Futterwert, sondern be
einträchtigen sogar durch ihren Eeiz auf die Darmwandung, der eine schnellere
Darmentleerung bewirkt, die Verdaulichkeit des sonstigen Futters. Da die Silber
haut (Keim- und Aleuronsohicht) gegenüber dem Mehlkern usw. reich an Fett und
auch reicher an Protein ist, so enthalten die Eeisfuttermehle um so mehr Protein und
Fett, je mehr Silberhaut und Keime sie einschlieflen. Aus diesem Grunde sind
gerade die weißen und reineren Eeismehle, die kaum Spelzen, aber mehr oder
weniger Teile von dem Mehlkern enthalten, den letzteren gegenüber verhältnismäßig
arm an Protein und Fett.
Bei der Verarbeitung des Eeises auf Stärke, wozu man meistens den Bruch
reis verwendet und wobei der Eeis in verdünnter Natronlauge eingequollen wird, er
hält man die sog. E e i s s c h 1 e m p e, die aus den Hülsen, Zellstoff, stickstoffhaltigen Stoffen
und erheblichen Mengen Stärke besteht; diese wird sowohl frisch (mit etwa 95—96 °/ 0
Wasser), als auch im gepreßten Zustande als sog. Preßfutter (mit 60—70°/ o Wasser)
oder getr ocknet (mit 10—14 °/ 0 Wasser) zur Fütterung verwendet, neigt im frischen
und gepreßten Zustande aber sehr zur Säuerung. Bei der Eeisstärke-Herstellung
erhält man auch das Eeisprotein (unrichtigerweise auch Reiskleber genannt), welches
indes menschlichen Ernährungszwecken zugänglich gemacht wird. Bei der Dar
stellung von Reis hier erhält man die E ei streber, die wie die Malztreber (S. 305)
gewonnen werden und zusammengesetzt sind.
Als Verunreinigungen der Eeismehle kommt in erster Linie die Beimengung
von gemahlenen Eeisspelzen 1 ) in Betracht, ferner die häufige Verschimmelung,
besonders bei Reismehlen aus überseeischen Eeisschälereien; diese Mehle haben dann
vielfach einen dumpfigen, ranzigen Geruch und sind mit Käfern und Larven des
Klopfkäfers (Anobium paniceum) sowie Schimmelpilzen durchsetzt. Auch Sand,
Erde und Kehricht (Mauerputz) finden sich nicht selten in den Reismehlen. Das
Vorhandensein von etwas Weizenkleie im Eeismehl kann nicht ohne weiteres als
Verfälschung angesehen werden, weil Weizenkleie, wie schon gesagt ist, zum Polieren
des Kochreises verwendet wird.
Der anatomische Bau des Reiskornes gleicht dem anderer bespelzten Ge
treidekörner, besonders dem der Gerste, jedoch bieten die einzelnen Zelllagen eigen
artige Unterschiede von denen der letzteren. Auch die Spelze des Reises zerfällt
in eine verkieselte äußere Oberhaut, eine Faserschicht, ein von Gefäßbündeln durch
setztes Schwammparenchym und eine innere Oberhaut. Von diesen Zelllagen sind
in der Flächenansicht kennzeichnend für den Eeis:
1. Die Oberhautzellen (Fig. 75). Diese sind kurz, höckerig, mit langen,
spitzfingerartigen Ausbuchtungen der Längswände versehen, die fest ineinander greifen.
’) Da Reisspelzen im Mittel 35°/ 0 Rohfaser und 13 °/ 0 Asche (kieselsäurereich), weiße
Reismehle nur bis 6 % Rohfaser und 5 % Asche enthalten, so sind die Reisfuttermehle um
so mehr mit Reisspelzen vermischt, je mehr Rohfaser und Asche sie aufweisen. Die Reis
mehle mit mittlerem Gehalt an Spelzen enthalten, bei 18—30% Protein -)- Fett, 7—12%
Rohfaser und 6—9% Asche.