Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

410

Futtermittel.

Pilze  zuweilen  auch  auf  die  Basis  der  Stauden  über  und  zersetzen  diese  zu  einer
schmierigen,  schwärzlichen  Masse.  Solche  „schwarzheinigen“  Stauden  gehen  ein.
Genauer  beschrieben  ist  von  solchen  Bakterien  besonders  Bacillus  phytophtorus
Appel.
Die  Fäulnis  abgestorbener  Knollen  wird  nach  Wehmer  stets  durch  zwei
sporenbildende  Stäbchenarten  eingeleitet,  von  denen  das  eine,  Amylobacter  navicula,
Zellulose,  das  andere,  Bacillus  II,  Pektinstoffe  löst.
Amylobacter  navicula  zeichnet  sich  durch  die  Spindelform  seiner  Zellen
(7  —  9  x  1,5  —  3  fi)  und  den  Gehalt  an  Granulöse  aus.  Bacillus  II  bildet  lange,
schlanke  Stäbchen  (3  —  14  x  0,7  —  1  fi,  im  Mittel  7x1  fi),  die  nicht  selten  in  Verbänden ­
  von  20—30  fi  Länge  angeordnet  sind.
In  späteren  Fäulnisstufen  findet  man  noch  andere  Stäbchen-  und  Kugelbakterien. ­


Fig.  211.  Bakterien  der  Kartoffelfäule.  A  Amylokacter  navicula,  zum  Teil  mit  Endosporen.
B  u.  C  Bacillus  If.  B  Sporangien.  C  Stäbchen  und  Zellfäden.  Nach  Wehmer.
C.  Der  Schorf  der  Kartoffeln.  Auf  der  Schale  der  sonst  ganz  gesunden
Kartoffelknollen  entstehen  kleinere  oder  größere  Flecken  von  rauher,  runzliger  Beschaffenheit, ­
  die  manchmal  eingesunken,  manchmal  etwas  erhöht,  manchmal  auch  in
der  Ebene  der  Schale  liegen.  Es  ist  ziemlich  sicher,  daß  auch  der  Schorf  durch
Lebewesen  erzeugt  wird,  doch  ist  über  ihre  Natur  noch  nichts  bekannt.
D.  Die  Elseufleckigkeit  der  Kartoffeln.  In  dem  sonst  ganz  gesunden  Fleisch
der  Knollen  zeigen  sich  rostrote  Flecken  und  Linien.  Diese  Erscheinung,  die  leicht
mit  Fäule  verwechselt  wird,  hat  damit  nichts  zu  tun.  Über  die  Ursache  der  Fleckenbildung ­
  weiß  man  nichts;  Pilze  sind  daran  nicht  beteiligt.  Da  die  eisenfleckigen
Kartoffeln  so  haltbar  wie  normale  sind,  auch  als  Saatgut  ohne  Nachteile  verwendet
werden  können,  so  handelt  es  sich  nur  um  einen  Schönheitsfehler,  der  auf  ihren
Wert  als  Futtermittel  oder  Saatgut  keinen  Einfluß  hat.
4.  Pilze  an  den  Leguminosen.
A.  Die  Rostpiize.  Auf  den  Blättern  verschiedener  Leguminosen  entstehen  rostrote, ­
  später  schwarzbraune  Flecken,  die  aus  den  Konidienträgern  verschiedener
Arten  der  Gattung  Uromyces  bestehen.  Die  Uredosporen  ähneln  denen  der  Gattung
Puccinia,  die  Teleutosporen  dagegen  sind  einzellig,  rundlich,  gestielt.  Nach  „dem
Bau  der  Sporenhaut  der  Teleutosporen  kann  man  die  einzelnen  Arten  bis  zu  einem
gewissen  Grade  unterscheiden  (Fig.  212,  S.  411).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.