Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

438

Die  Untersuchung  der  Sämereien,

Hedeoma  pulegioides,  Paspalum  ciliatiiolium,  Lepidium  virginicum,  Phacelia  tanacetifolia
  usw.  erkennen.
Ist  der  Kotklee  gesiebt,  so  ist  die  Beurteilung  der  Frage  unsicher.  Da  das
Eotkleesamenkorn  selbst  keine  Unterscheidungsmerkmale  bietet,  so  bleibt  in  solchen
Fällen  nichts  anderes  übrig,  als  die  Feldprobe  entscheiden  zu  lassen.  Die
amerikanische  Rotklee-Pflanze  ist  dicht  behaart  und  hat  senkrecht  abstehende
Haare;  die  einheimische  Rotklee-Pflanze  hat  dagegen  nur  spärliche  und  flach  anliegende ­
  Haare.  Nach  H.  Roß 1 )  soll  es  möglich  sein,  schon  7—12  Tage  nach  der
Aussaat  die  amerikanische  Abart  des  Rotklees  zu  erkennen.
4.  Ermittelung  der  Reinheit.  Zur  Ermittelung  der  Reinheit  eines  Samens
wird  die  vorgeschriebene  Menge  der  engeren  Mittelprobe  (vergl.  S.  431)  auf  Glanzpapier ­
  ausgebreitet  und  nötigenfalls  unter  Zuhilfenahme  einer  'Lupe  mittels  einer
Pinzette  Korn  für  Korn  ausgelesen. 2 )  Der  ausgelesene  reine  Samen  wie  die  fremden
Bestandteile  werden  beide  zurückgewogen.
Als  „fremde  Bestandteile“  sind  alle  die  Dinge  zu  betrachten,  welche  nicht
der  echte  Same  sind;  fremde  Samen,  selbst  von  gleichem  oder  höherem  Marktwert,
sind  auszuscheiden;  ebenso  der  „Bruch“,  d.  i.  Samen,  deren  Keim  zweifellos  zerstört ­
  ist.  Dagegen  sind  alle  echten  Samen  als  solche  in  Rechnung  zu  setzen,  selbst
halbwüchsige,  unreife  oder  sonst  anscheinend  untaugliche.
Motive:  Die  Beimengung  einer  wertvolleren  Samenart  unter  eine  Verkaufs  wäre  pflegt
nicht  mit  dem  besten  Materiale  der  Art  ausgeführt  zu  werden,  läuft  jedenfalls  dem  Kaufzweck ­
  zuwider.  Die  Qualität  der  an  sich  echten  Samen  wird  durch  den  Keimversuch,
nötigenfalls  durch  die  Volumen-  und  Gewichtsbestimmung  genugsam  festgestellt.
Zur  Ermittelung  der  Reinheit  kann  man  sich  der  „Spreufege“  von
Fr.  Nobbe  bedienen.  Grassamen,  welche  viele  taube  Scheinfrüchte  und  Spelzen
enthalten,  befreit  man  am  besten  zunächst  durch  vorsichtiges  Ausblasen  von  diesen,
wobei  man  diese  Bestandteile  auf  einer  geeigneten  Unterlage  auffängt.
5.  Ermittelung  der  Keimfähigkeit.  Für  die  Ermittelung  der  Keimfähigkeit ­
  sind  eine  gaijze  Anzahl  „Keimapparate“  im  Gebrauch.  Der  ursprünglich ­
  von  Fr.  Nobbe  empfohlene  aus  Ton  bewährte  sich  nach  manchen  Erfahrungen ­
  nicht,  weil  es  sehr  schwer  hält,  denselben  von  den  während  der
Keimung  der  Samen  sich  bildenden  Fäulnis-  und  Schimmel-Erzeugnissen,  welche
die  Keimfähigkeit  nachfolgender  Samen  beeinträchtigen,  zu  reinigen.  Ich  unterlasse
es  daher,  diesen  Apparat  hier  zu  beschreiben.  In  der  Praxis  wird  die  Keimfähigkeit
durchweg  zwischen  feuchten  Flanelllappen  ermittelt.  Eine  sehr  einfache  Vorrichtung
ist  auch:
a)  Ein  Keimbett  aus  Fließpapier.  Eine  Doppellage  weißen  Fließpapiers  von
etwa  23  cm  Länge  und  15  cm  Breite  wird  in  der  nachstehenden  Form  (Fig.  236)  viereckig
gefalzt,  in  dem  mittleren  Quadratraum  die  Samenkörner  verteilt,  das  Papier  darüber
zusammengeschlagen  und  befeuchtet.  Hierauf  wird  das  Päckchen  auf  eine  angefeuchtete
Doppellage  Fließpapier  in  einer  großen  Glas-  oder  Porzellanschale  (nötigenfalls  Suppenteller)
gelegt,  mit  einer  ebensolchen  Lage  bedeckt  und  bei  Zimmerwärme  aufgestellt.  Die  Regelung
der  Feuchtigkeit  erfordert  eine  1-  bis  mehrmalige  tägliche  Schau.  Ein  öfteres  Regeln  der
Feuchtigkeit  wird  unnötig,  wenn  man  die  von  Th.  Dietrich  angegebenen  viereckigen
Glasschalen  mit  ebenem  Rande,  die  mit  einer  Glasplatte  bedeckt  werden,  benutzt.
] )  Landw.  Versuchs-Stationen  1902,  56,  457.
3 )  v.  Weinzierl  hat  zur  Erleichterung  des  Auslesens,  besonders  zur  Erkennung
von  tauben  Früchten  bei  einigen  Grassamen  einen  Spiegelkasten  eingerichtet,  auf  den
ich  hier  verweisen  will.  Derselbe  kann  von  der  Firma  Lenoir  &  Förster  in  Wien  IV,
Waaggasse  6,  bezogen  werden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.