Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Milch  und  Molkerei-Erzeugnisse.

werden  nach  Holst  durch  eine  der  Koli-Gruppe  angehörende  Bakterienart  hervorgerufen. ­

Mehrfach  ist  auch  über  ein  Käsegift  berichtet.  Die  Natur  wie  Entstehungsweise
desselben  sind  aber  bis  jetzt  noch  nicht  aufgeklärt.
Verfälschungen  und  Verunreinigungen  des  Käses.
Die  am  häufigsten  vorkommende  Verfälschung  der  Käse  besteht  in  der  Unterschiebung
von  Mager-  oder  Halbfettkäsen  für  Fettkäse,  ferner  darin,  daß  das  der  Milch  entzogene
Fett  durch  Margarine  oder  andere  Fette  ersetzt  und  die  so  bereiteten  Margarine-  oder
Kunstkäse  als  echte  Käse  verkauft  werden.  Indes  hat  die  Margarinekäse-Fabrikation  bis
jetzt  in  Deutschland  keine  nennenswerte  Verbreitung  gefunden.
Zu  einigen  Käsesorten  macht  man  absichtlich  stärkemehlhaltige  Zusätze  (z.  B.  bei
Kartoffelkäse),  in  anderen  Fällen  mag  diese  Beimengung  unter  Verschweigung  dieses  Umstandes. ­
  ebenso  wie  die  von  mineralischen  Zusätzen  (Gips,  Kreide  usw.),  zur  Verfälschung
verwendet  werden.
Der  Käse  pflegt  ebenso  wie  Butter  künstlich  gefärbt  zu  werden,  jedoch  werden
durchweg  nur  unschädliche  Farben  verwendet.
Als  zufällige  Beimengungen  sind  anzusehen:  geringe  Mengen  von  Blei,  Kupfer
und  Eisen,  herrührend  aus  den  Herstellungsgefässen  oder  der  Verpackung.
Die  chemische  Untersuchung  des  Käses.*)
Probenahme  und  Vorbereitung  der  Käseproben.
„Der  zur  Untersuchung  gelangende  Teil  darf  nicht  nur  der  Rindenschicht  oder  dem
inneren  Teile  entstammen,  sondern  muß  einer  Durchschnittsprobe  entsprechen.  Bei  großen
Proben  entnimmt  man  mit  Hilfe  eines  Käsestechers  senkrecht  zur  Oberfläche  ein  zylindrisches
Stück,  bei  kugelförmigen  Käsen  einen  Kugelausschnitt.  Kleine  Käse  nimmt  man  ganz  in
Arbeit.  Die  zu  entnehmende  Menge  soll  mindestens  300  g  betragen.
Die  Versendung  der  Käseprobe  muss  entweder  in  gut  gereinigten,  schimmelfreien
und  verschließbaren  Gefäßen  von  Porzellan,  glasiertem  Tone,  Steingut  oder  Glas  oder  in
Pergamentpapier  eingehüllt  geschehen.
Harte  Käse  zerkleinert  man  vor  der  Untersuchung  auf  einem  Reibeisen;  weiche
Käse  werden  mittels  einer  Reibkeule  in  einer  Reibschale  zu  einer  gleichmäßigen  Masse
verarbeitet.“
Gesichtspunkte  für  die  chemische  Untersuchung.
Die  Auswahl  der  bei  der  Käseuntersuchung  auszuführenden  Bestimmungen
richtet  sich  nach  der  Fragestellung  und  diese  kann  sich  erstrecken:
a)  auf  Feststellung  der  Art  des  Käses,  ob  aus  Vollmilch,  halbfetter  oder  magerer
Milch  hergestellt,  durch  eine  Fettbestimmung  oder  besser  durch  eine  Fett-,  Stickstoff-  und
Trockensubstanz-  (Wasser-)  Bestimmung  und  Feststellung  des  Fettgehaltes  der  Trockensubstanz ­
  und  des  Verhältnisses  von  Fett  zu  Stickstoff-Substanz;
b)  auf  Prüfung  des  Fettes  auf  Reinheit  zur  Beantwortung  der  Frage,  ob  Milchfettkäse ­
  oder  Margarinekäse  vorliegt;
c)  auf  Ermittelung  eines  etwaigen  Gehaltes  an  Stärkemehl,  Gips,  Kreide  und  an
Metallen  (Kupfer,  Blei,  Zink);
d)  auf  den  Nachweis  des  Reifegrades  durch  Bestimmung  der  löslichen  Biweißstoffe,
bezw.  des  löslichen  Stickstoffes  überhaupt.
1.  Bestimmung  des  Wassers.  Etwa  3—5  g  der  möglichst  fein  zerriebenen
oder  zu  einem  gleichmäßigen  Brei  verrührten  Käsemasse  werden  in  einer  tarierten,
B  Soweit  die  Untersuchungsverfahren  der  auf  Grund  des  §  12  des  Reichsgesetzes
vom  15.  Juni  1897  vom  Bundesrate  am  22.  März  1898  erlassenen  „Anweisung  zur  chemischen
Untersuchung  von  Fetten  und  Käsen“  (Zentralbl.  f.  d.  Deutsche  Reich  1898,  26,  201)  entnommen ­
  sind,  haben  wir  sie  durch  „Anführungszeichen“  kenntlich  gemacht.
            
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