Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette  und  -öle.

A.  Juckenack  und  E.  Pasternack 1 )  Verfahren  beschrieben,  auf  die  hier  nur
verwiesen  werden  kann.
c)  Trennung  der  flüssigen  von  den  festen  Fettsäuren.  Hierzu  eignet
sich  nach  J.  Lewkowitsch  am  besten  das  Verfahren  von  Tortelli  und  Ruggeri, 2 )
welches  in  folgender  Weise  ausgeführt  wird:
20  g  der  Probe  werden  mit  15  ccm  einer  50  °/ 0 -igen  Kalilauge  und  45  ccm
95  °/ 0 -igen  Alkohols  verseift.  Der  Überschuß  der  Kalilauge  wird  mit  Essigsäure
unter  Anwendung  von  Phenolphthalein  als  Indikator  neutralisiert.  Alsdann  werden
300  ccm  einer  7  °/ 0 -igen  Bleiacetatlösung  zum  Sieden  erhitzt  und  die  Seifenlösung
in  einem  dünnen  Strahl  unter  fortwährendem  Umschwenken  hineingegossen.  Der
Kolben  wird  in  kaltes  Wasser  eingesenkt  und  darin  unter  fortwährendem  Schütteln
etwa  10  Minuten  lang  gehalten.  Wenn  die  Uberstehende  Flüssigkeit  klar  geworden
ist,  wird  sie  abgegossen  und  die  Bleiseife  dreimal  mit  200  ccm  warmem,  nicht
siedendem  Wasser  gewaschen.  Man  läßt  die  Seife  abktihlen  und  nimmt  etwa  anhängende ­
  Wassertröpfchen  mittels  eines  Filtrierpapierröllchens  ab.  Alsdann  werden
220  ccm  Äther  in  den  Kolben  gegossen,  die  Masse  wird  gut  durchgeschüttelt  und
der  Kolben  20  Minuten  lang  auf  dem  Wasserbade  erwärmt,  bis  der  Äther  schwach
siedet.  Während  dieser  Zeit  schwenkt  man  den  Kolben  öfters  um,  um  alle
Seifenteilchen  von  den  Wänden  und  dem  Boden  des  Kolbens  abzulösen.  Der
Kolben  wird  nun  in  kaltes  Wasser  von  8—10°  eingesenkt  und  darin  zwei  Stunden
lang  stehen  gelassen.  Hierauf  filtriert  man  die  Flüssigkeit  durch  ein  Faltenfilter
in  einen  Kolben  von  200  ccm  Inhalt  mit  engem  Halse.  Der  Kolben  wird  vollständig ­
  mit  Äther  aufgefüllt,  gut  verkorkt  und  unter  dem  Wasserleitungshahne
12  Stunden  lang  stehen  gelassen.  Meist  scheidet  sich  dabei  noch  ein  Niederschlag  aus.
Die  ätherische  Lösung  wird  alsdann  durch  ein  Filter  in  einen  Scheidetrichter
filtriert  und  die  Seife  mit  150  ccm  einer  20  °/ 0 -igen  Salzsäure  zersetzt.  Man  zieht
das  ausgefallene  Bleichlorid  und  die  saure  wässerige  Lösung  ab  und  schüttelt  den
Äther  nochmals  mit  100  ccm  Salzsäure.  Die  ätherische  Lösung  wird  nun  mit
160  ccm  Wasser  gewaschen  und  schließlich  durch  ein  Faltenfilter  in  einen  Kolben
von  etwa  300  ccm  Inhalt  filtriert.  Der  Äther  wird  soweit  abdestilliert,  daß  die
Flüssigkeit  etwa  40—50  ccm  ausmacht.  Diese  Lösung  gießt  man  in  einen  anderen
Kolben  von  etwa  100  ccm  Inhalt,  welcher  mit  einem  doppelt  durchbohrten  Kork
versehen  ist,  und  senkt  den  Kolben  bis  zum  Halse  in  ein  Wasserbad  ein.  Alsdann
wird  ein  Strom  trockner  Kohlensäure  oder  trocknen  Wasserstoffs  durch  die
ätherische  Lösung  hindurchgeleitet  und  das  Wasserbad  erhitzt,  bis  der  Äther
völlig  verjagt  ist.
Nach  Lewkowitsch 3 )  sind  die  Jodzahlen  der  nach  vorstehendem  Verfahren  dargestellten ­
  flüssigen  Fettsäuren  die  höchsten;  dies  spricht  dafür,  daß  die  flüssigen  Fettsäuren
am  vollständigsten  von  den  festen  Fettsäuren  befreit  sind.
Zur  quantitativen  Trennung  und  Bestimmung  der  festen  und  flüssigen
Fettsäuren  mittels  der  verschiedenen  Löslichkeit  der  Bleiseifen  sind  zuerst  vonVarrentrap
  und  später  von  Muter  und  de  Koningh, 1 )  sowie  von  F.  Wallenstein  und  H.
Fink 6 )  und  anderen  verschiedene  Arbeitsweisen  vorgeschlagen,  von  denen  J.  Lewkowitsch 3 )

*)  Zeitsohr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1904,  7,  193.
2 )  L’Orosi  1900,  April;  vergl.  J.  Lewkowitsch,  Chemische  Technologie  und
Analyse  der  Öle,  Fette  und  Wachse,  Braunschweig,  Fr.  Vieweg  &  Sohn  1905,  1,  384.
s )  J.  Lewkowitsch,  Chem.  Technologie  u.  Analyse  usw.  1905,  1,  379  ff.
4 )  Analyst  1889,  14,  61.
6 )  Chem.-Ztg.  1894,  18,  1189.
            
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