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Speisefette und -öle.
Der Nachweis von Fluorwasserstoff ist als erbracht anzusehen, sobald das
Glas sich an den beschriebenen Stellen angeätzt zeigt.“
Ebenso wie beim Nachweise der Borsäure dürfte sich auch hier zur Prüfung auf
Fluorwasserstoffsäure die Verwendung des sich beim Schmelzen der Butter bezw. Margarine
absetzenden AVassers empfehlen.
Über ein Verfahren zum Nachweise von Fluorwasserstoffsäure bei gleichzeitiger
Anwesenheit von Borsäure berichten 0. und Ch. W. Hehner, 1 ) auf das hier nur verwiesen
werden kann.
g) Nachweis von chlorsauren Salzen. Zum Nachweise etwa vorhandener chlorsaurer
Salze in Butter und Margarine würde man das beim Schmelzen sich absetzende
Wasser nach dem in Anlage d der Ausführungsbestimmungen D vom 30. Mai
1902 zum „Fleischbeschau-Gesetz“ vom 3. Juni 1900 für den Nachweis von chlorsauren
Salzen in Fleisch angegebene Verfahren verwenden und dabei in folgender
Weise verfahren können;
Das filtrierte Abschmelzwasser wird mit Silbernitrat versetzt. „50 ccm der
von dem durch Silbernitrat entstandenen Niederschlag abfiltrierten klaren Flüssigkeit
werden mit 2 ccm einer 10 °/ 0 -igen Lösung von schwefligsaurem Natrium und 2 ccm
konzentrierter Salpetersäure versetzt und hierauf bis zum Kochen erhitzt. Ein
hierbei entstehender Niederschlag, der sich auf erneuten Zusatz von kochendem
Wasser nicht löst und aus Chlorsilber besteht, zeigt die Gegenwart chlorsaurer
Salze an.“
6. Untersuchung der Butter auf Verdorbenheit (Ranzigkeit). Über die
Ursachen des Eanzigwerdens der Butter liegt eine neuere eingehende Arbeit
von Orla Jensen 2 ) vor, in welcher er zu dem Ergebnisse kommt, daß das
Eanzigwerden der Butter durch die gemeinsame Wirkung aerober Bakterien und
Schimmelpilze verursacht wird, und zwar findet die Spaltung des Fettes und
die Bildung flüchtiger Säuren anfangs durch die Bakterien Bacillus fluorescens
liquefaciens und Bacillus prodigiosus, später durch die beiden Schimmelpilze Oidium
lactis und Cladosporium butyri statt. Beim Eanzigwerden erfahren die nichtflüchtigen
Fettsäuren eine starke Zunahme und gleichzeitig bilden sich auch Buttersäureester
und unter Umständen aldehydartige Verbindungen.
Beim sog. Talgigwerden, welches durch die Einwirkung des Lichtes verursacht
wird, nimmt das Butterfett eine weiße Farbe an, die Jodzahl erfährt eine
starke Abnahme und es bilden sich nur geringe Mengen hauptsächlich flüchtiger
freier Fettsäuren; Buttersäureester bilden sich dabei nicht.
Das sog. Butterschmalz ist nicht in dem Maße dem Verderben ausgesetzt,
wie dies bei der Butter infolge ihres Gehaltes an sonstigen Milchbestandteilen der
Fall ist.
Der Gehalt an freien Fettsäuren (Säuregrad), welcher zwar im allgemeinen
mit der Ranzigkeit zunimmt, kann trotzdem nicht als ein Beweis für die Einzigkeit
angesehen werden, da es einerseits Butter mit hohem Gehalt an freien Säuren gibt,
die trotzdem nicht ranzig ist, und andererseits auch Ranzigkeit ohne abnorm hohen
Gehalt an freien Fettsäuren beobachtet wird.
Als das brauchbarste Verfahren zum Nachweise der Verdorbenheit
von Butter ist z. Zt. noch die Geschmacks- und Geruchsprobe an-1
) Analyst 1902, 27. 173; Zeitscbr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel
1903, 6, 379.
2 ) Centralbl. Bakteriol. II. Abt. 1902, 8, 11 ff.; Zeitscbr. f. Untersuchung d. Nahrungsu.
Genußmittel 1903, 6, 376.