Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

926

Beschädigungen  der  Vegetation  durch  Rauch  und  Staub.

In  vielen  Fällen  wird  man  diese  Art  Staub  in  Form  eines  weißen  Anfluges
auf  den  Blättern,  Zweigen,  Stengeln  usw.  finden,  und  man  kann  die  Natur  desselben
dadurch  nachweisen,  daß  man  den  Anflug  mit  etwas  Wasser  absplilt,  auf  Reaktion
und  mit  chemischen  Reagenzien  prüft,  bezw.  die  wässerige  Abspülung  quantitativ
untersucht.  Bei  anhaltender  Einwirkung  von  Sodastaub  auf  Pflanzen  haftet  das
Natron  nicht  bloß  äußerlich  an  den  Pflanzen,  sondern  dringt  auch  in  die  Pflanzensubstanz ­
  ein  und  bewirkt,  wie  wir  in  Versuchen  hierüber  gefunden  haben,  nicht
nur  eine  Erhöhung  des  Natrongehaltes  der  Pflanzensubstanz,  sondern  häufig  auch
eine  entsprechende  Erhöhung  des  Gehaltes  an  Säuren  (Kieselsäure,  Phosphorsäure,
Schwefelsäure),  welche  also  umgekehrt  wie  bei  den  Säurebeschädigungen  behufs
Ausgleiches  der  überschüssigen  Base  aus  dem  Innern  der  Pflanzen  nachwandern 1 ).
Für  Kalk  sind  bis  jetzt  derartige  Beobachtungen  nicht  gemacht,  indes  ist  nicht  unwahrscheinlich, ­
  daß  er,  weil  auch  in  Wasser  löslich,  sich  ähnlich  verhält.
Um  daher  diese  Art  Beschädigung  sicher  nachzuweisen,  wird  man  zweckmäßig ­
  eine  vollständige  Untersuchung  der  Asche  der  einzelnen  Pflanzenteile  (Blätter,
Zweige,  Stengel  und  Wurzelknollen)  ausführen  (vergl.  S.  200).
Bei  der  Probenahme  von  kranken  und  gesunden  Pflanzen  in  gleicher  Wachstumsstufe ­
  verfährt  man  genau  wie  bei  den  Säurebeschädigungen  (S.  909).
1 )  In  den  Ähren  der  Halmfrüchte  fanden  wir  umgekehrt  eine  geringere  Menge
Kieselsäure  als  bei  unbestäubten  Pflanzen;  dieses  beruht  offenbar  auf  einer  Lösung  und
Wegführung  der  Kieselsäure  durch  das  Natron  (vergl.  Landw.  Jahrbücher  1892,  21,  407,
und  „Die  landw.  Versuchs-Station  Münster“,  Münster  1896,  205;  ferner  auch  Bbermayer,
Landw.  Versuchs-Stationen  1877,  20,  392).  Bbermayer  glaubt,  daß  die  Soda  beim
Trocknen  in  die  Blätter  eiudringt  und  das  Natron  einerseits  durch  in  denselben  vorhandene
organische  Säuren,  andererseits  durch  sich  bildende  Humussäuren  gebunden  wird;  auf  der
Bildung  von  Humussäure  unter  dem  Einfluß  des  Natrons  soll  dann  die  Dunkelfärbung  der
Blätter  beruhen.  Nach  den  hiesigen  Versuchen  gehen  aber  unter  dem  Einfluß  des  Natrons
noch  tiefere  Umsetzungen  in  den  Blättern  vor  sich.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.