Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

VIII

denn,  da  die  Entwicklung  weder  in  Deutschland  eingesetzt  hat  noch  auch
die  allgemeinen  wirtschaftlichen  Theorieen  und  die  verschiedenen  Elemente
der  Gerberei  in  Deutschland  entstanden  sind,  mußten  auch  außerdeutsche ­
  Verhältnisse  berücksichtigt  werden.  Dies  gilt  vornehmlich  für
das  ganze  Altertum,  dann  für  das  Mittelalter  am  Ausgange  der  Zunftverfassung,
  wo  sich  letztere  in  die  merkantilistische  Politik  ausweitet,  auch  für
die  Einwanderung  fremder  Ideen,  so  daß  die  Arbeit  stellenweise  schon  im
Interesse  der  Vollständigkeit  einen  recht  universellen  Charakter  annehmen
mußte.  Dabei  war  die  Absicht  der  vorliegenden  Betrachtungen  zunächst
die,  den  momentan  gewordenen  gewerblichen  Zustand  in  Deutschland
als  das  Ergebnis  der  ganzen  geschichtlichen  Entwicklung  darzustellen;
andererseits  aber  war  es  mir  so  gelungen,  ein  materiell  und  historisch
erweitertes  Feld,  energisch  zusammengefaßt  zu  einer  ökonomischen
Familie  von  großer  sachlicher  Einheitlichkeit  durch  die  Einheit  seiner
Produktionsprinzipien,  zu  gewinnen,  innerhalb  dessen  sich  die  wesentlichsten ­
  Punkte  zu  einer  neuartigen  Anschauungsweise  der  gewerblichen
Geschehnisse  vorführen  ließen.
Was  die  Gliederung  des  großen  Stoffes  anlangt,  so  macht  die
Disponierung  insoferne  Schwierigkeiten,  als  die  Betrachtungsweise
stets  eine  doppelte  zu  sein  hat,  nämlich  einmal  ein  Nebeneinander  im
Sinne  der  systematischen  Einteilung  der  politischen  Ökonomie,  und
weiter  ein  Nacheinander,  das  ist  die  historische  Entwicklung  im  Sinne
der  Wirtschaftsgeschichte.  Der  erste  Weg  ist  ein  mehr  systematischer,
der  zweite  ein  mehr  historischer.  Ich  habe  versucht,  die  beiden  Methoden
in  übersichtlicher  Weise  'zu  kombinieren,  und  es  soll  die  Übersicht  über
den  ganzen  Stoff  wie  auch  die  Orientierung  innerhalb  der  einzelnen
Teile  durch  die  vorausgeschickten  Dispositionen  erleichtert  werden.
Zu  diesem  Zwecke  habe  ich  die  Inhaltsangabe  in  ein  von  der
gewöhnlichen  Form  etwas  abweichendes  Schema  gebracht,  und  das  nicht
nur  insofern,  als  der  Inhalt  der  einzelnen  Paragraphen  dort  sorgfältig ­
  disponiert  wurde,  sondern  auch  dadurch,  daß  die  Koordination
bzw.  Subordination  der  einzelnen  Punkte  wie  auch  der  Gedankenfortschritt ­
  des  Textes  durch  die  Einrückungen  und  Bezeichnungen  mit
Buchstaben  und  Ziffern,  welchen,  soweit  notwendig  oder  angängig,  gesperrt ­
  gedruckte  Stichworte  im  Texte  entsprechen,  möglichst  klar  zum
Ausdruck  kommen  sollte.
Aber  nicht  nur  als  Disposition  zur  Erleichterung  der  Übersicht
dient  eine  solche  Anlage  der  Inhaltsangabe,  nicht  nur  als  Grundriß
im  Aufbau  jedes  einzelnen  Paragraphen,  auch  nicht  nur  als  Ersatz  für
ein  alphabetisches  Register  zur  leichten  systematischen  Orientierung  in
den  großen  und  vielfältigen  hier  verarbeiteten  Wissensmaterien,  sondern
eine  solche  Kondensation  des  jeweiligen  zusammengehörigen  Stoffes  gibt
            
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