Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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industrielle  Unternehmungen  wie  z.  B.  die  Werke  von  Krupp  in
Essen)  verkaufen,  noch  auch,  dass  wir  es  anstreben,  zu  dieser
Art  des  Verkaufes  überzugehen.  Wir  haben  stets  Mühe  genommen,
gegenteiligen  unrichtigen  Behauptungen  entgegenzutreten  .  .  .«
Nach  diesen  Ausführungen  ist  wohl  nicht  daran  zu  zweifeln,
dass  es  vorläufig  nicht  in  der  Absicht  der  D.-A.  P.-G.  liegt,  mit
dem  direkten  Verschleiss  des  Oeles  an  die  Konsumenten  vorzugehen. ­
  Wenn  man  aber  berücksichtigt,  dass  sich  der  direkte
Kannenvertrieb,  im  grossen  aufgenommen,  billiger  stellt  als  selbst
der  Tankbetrieb  (nach  Berechnung  von  Brackel-Leis,  S.  387  ihres
bereits  öfter  zitierten  Buches  um  27  Pfg.  per  100  kg),  so  drängt
sich  einem  die  Ansicht  auf,  dass  das  Todesurteil  über  den  Petroleumdetailhandel ­
  gesprochen  und  dass  es  nur  eine  Frage  der  Zeit
ist,  wann  es  vollstreckt  wird.  Und  in  der  Tat  scheint  der  Zeitpunkt ­
  einer  abermaligen  grossen  Umwälzung  des  ganzen  Handels
nicht  mehr  gar  zu  fern  zu  liegen.
Ich  besitze  die  Abschrift  eines  Briefes  der  von  der  Deutschen
Bank  finanzierten  Petroleum-Produkte  A.-G.  Berlin,  an  eine  süddeutsche ­
  Firma,  die  ein  Kannengeschäft  errichten  wollte.  Der  eine
Passus  lautet  wörtlich:  »Sofern  es  notwendig  ist,  sind  wir  bereit,
Ihnen  gegen  eine  5%ige  Verzinsung  und  entsprechende  Sicherheit ­
  auch  etwas  Kapital  zur  Verfügung  zu  stellen,  im  Falle  Ihr
eigenes  nicht  ausreichen  würde!«  Auch  die  Russen  sollen  Kannengeschäfte ­
  finanziell  unterstützen.  Die  D.-A.  P.-G.  steht  zwar
gleichfalls  mit  Kannenhändlern  in  vertraglicher  Verbindung,  unterstützt ­
  sie  aber  m.  W.  nicht  mit  Geld,  sondern  gewährt  ihnen
lediglich  kleine  Preis  Vergünstigungen.  Doch  scheint  auch  sie  sich
schon  auf  den  allmählichen  Uebergang  zum  direkten  Kannenvertrieb ­
  vorzubereiten.  Denn  nach  einer  Anfang  Februar  1906  durch
die  Zeitungen  gegangenen  Notiz  hat  die  neu  gegründete  »Rheinische ­
  Petroleum  A.-G.«,  Köln,  deren  Gründer  fast  durchweg  Beamte ­
  bez.  Vertreter  der  American  Petroleum  Co.  in  Rotterdam
bez.  der  Societe  An me  pour  la  vente  des  petroles  ci-devant
H.  Rieth  &  Co.  in  Antwerpen  sind,  den  Kannenvertrieb  direkt
an  die  Haushaltungen  bereits  aufgenommen.  Allerdings  handelt
es  sich  hierbei  nicht  um  die  D.-A.  P.-G.,  wohl  aber  um  eine
Tochtergesellschaft  der  gemeinschaftlichen  Mutter,  der  Standard
Oil  Co.
Jedenfalls  lassen  schon  diese  mehr  oder  weniger  tastenden
Versuche  den  Weg,  den  der  Petroleumhandel  einschlagen  wird,
            
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