Full text : Der Weg zum Sozialismus

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Die  Praxis  der  Sozialisierung.
Weisse  Salbe.
Die  wirtschaftlichen  Notwendigkeiten  des  Augenblicks,  der
Reifegrad  unserer  Produktion  und  der  Wille  des  revolutionären ­
  Proletariats  fordern  gebieterisch,  daß  die  Revolution  in
Deutschland  bis  ans  Ende  geführt  wird,  bis  in.  den  Sozialismus ­
  hinein.
Bis  in  die  Kreise  des  Bürgertums  hinein  wird  die  Sozialüerung
  als  das  Ziel  der  Revolution  angesehen  und  die
gegenwärtige  Regierung  Ebert-Scheidemann-Noske,  dieselbe
Regierung  welche  den  ganzen  bürgerlichen  Mob  mit  den
Junkern  an  der  Spitze  mobil  macht,  um  das  entschieden  revolutionäre ­
  Proletariat  im  Blute  zu  ertränken,  nennt  sich  selbst
mit  Stolz  eine  sozialistische  Regierung.  Wenn  sie  auch  bisher ­
  noch  keine  einzige  Maßregel  zur  Verwirklichung  des  Sozialismus ­
  getroffen  hat,  so  klappert  ihr  doch,  sobald  sie  nur
den  Mund  auftut,  wie  der  der  Goldelse  im  Märchen  ein  güldener ­
  Dukaten,  das  Blech  von  der  Sozialisierung  heraus.
Aber  all’  ihr  Gerede  von  der  Sozialisierung  hat  letzten  Endes
nur  den  Sinn,  die  wirkliche  Vergesellschaftung  der  Produktionsmittel ­
  zu  hintertreiben.  Wie  sie  sich  verschworen  hat,
das  Rentnertum  der  Kriegsgewinnler,  das  durch  die  Kriegsanleihen ­
  begründet  ist,  nicht  anzutasten,  so  schreckt  sie  auch
vor  jedem  anderen  entscheidenden  Eingriff  in  das  Verhältnis
zwischen  Kapital  und  Arbeit  zurück.
Ihre  Hauptautoritäten  auf  diesem  Gebiete,  Herr  Hue  und
Herr  Hilferding,  haben  bereits  das  Problem  des  Sozialismus
verwässert  zu  einem  Problem  des  Staatskapitalismus;  jener  in
Schriften,  die  er  während  des  Krieges  herausgab,  dieser  in
seiner  bekannten  Rede  auf  dem  Kongreß  der  A.-  und  S.-Räte.
Ihre  „Sozialisierung“  soll  den  Kapitalisten  nicht  wehe  tun.
Gewisse  Industrien,  so  der  Kohlenbergbau,  der  Kalibergbau,
die  Elektrizitätsindustrie,  sollen  vom  Staat  übernommen  werden, ­
  die  Kapitalisten  sollen  dafür  eine  bestimmte  Abfindungssumme ­
  erhallen.  Herr  Hue  insbesondere  hat  sich  bereits  sehr
eingehend  mit  der  Frage  des  Wertes  der  Kohlengruben  beschäftigt, ­
  sich  dabei  aber  unrettbar  festgerannt.  Er  fiel  glatt
herein  auf  Rechenexempel  der  bürgerlichen  Soldschreiber,  die
da  erklärten,  daß  den  Bergwerkskapitalisten  die  gesamten  in
ihrem  Gebiet  lagernden  Kohlenschätze  gehörten  und  nach
einer  bestimmten  Norm  bezahlt  werden  müssen.  Das  ist  ein
Unsinn,  denn  die  Kohle  hat  an  sich,  wie.  Luft  und  Wasser,
überhaupt  keinen  Wert.  Nur  die  Arbeitskraft,  die  notwendig
ist,  um  die  Kohlenschätze  der  Erde  zu  heben,  macht  den  Wert
            
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