Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

Eine  dermaßen  hohe  Staatsschuld  muß  überraschen,  namentlich,
wenn  sie  in  Vergleich  zu  den  Schuldenlasten  des  Deutschen  Reiches
und  seiner  Bundesstaaten  gesetzt  wird.  Hier  betrugen  die  Staatsschulden ­
  1913/14  nur  gegen  25  946,00  Mill.  Frcs.,  obwohl  Deutschland
einen  so  gewaltigen  Ausbau  in  industrieller,  landwirtschaftlicher  und
gewerblicher  Richtung  genommen  hat,  den  Frankreich  nicht  verzeichnen
kann.  Der  turmhohe  Schuldenstand,  der  in  Friedenszeiten  eine  sehr
empfindliche  Last  darstellte,  konnte  gar  nicht  oder  zum  wenigsten  nicht
einmal  in  engen  Grenzen  abgedeckt  werden.  Es  fehlte  dem  Schatzamte ­
  an  den  hierfür  erforderlichen  Mitteln.  Wie  geschickt  man  auch
das  Budget  aufbauen  mochte,  es  schloß  selten  mit  erheblichen  Überschüssen ­
  ab.  War  einmal  ein  Plus  erzielt,  so  wurde  es  zur  Ausbalanzierung
  dus  nächstjährigen  Defizits  verwandt.  Dies  zeigen  auch  die  endgültigen ­
  Ziffern  der  Budgets  in  den  letzten  Jahren  deutlich  an  (in  Mill.
Frcs.):
Budgetendziffern  der  letzten  Jahrzehnte.

Jahr

Einnahmen

Ausgaben

Defizit  (—)
oder
Überschuß  (+)

1890

3191,00

3303,00

112,00

1895

3666,00

3405,00

-f-  261,00

1900

3815,00

3746,00

-f-  69,00

1901

3576,00

3701,00

125,00

1902

3582,00

3699,00

117,00

1903

3668,00

3597,00

+  71,00

1904

3739,00

3639,00

-j-  100,00

1905

3766,00

3707,00

+  59,00

1906

3837,00

3852,00

15,00

1907

3968,00

3880,00

+  88,00

I908

3966,00

4021,00

—  55,oo

1909

4141,00

4186,00

—  45,oo

1910

4274,00

4322,00

—  48,00

I9II

4689,00

4548,00

-j-  141,00

1912

4857,00

4743>oo

+  114,00

1913

5067,00

5092,00

25,00

’Vmnach  bewegten  sich  die  Einnahmen  vielfach  unter  den  Ausgab ­
  n,  wenn  sie  auch  in  den  Finanzjahren  1911  und  1912  im  kräftigen
Üb  rg  wicht  zu  sein  schienen.  Im  Jahre  1913  sind  sie  aber  wiederum
unti.r  die  Ausgaben  gesunken.  In  den  letzten  14  Jahren  haben  die  Einnahm ­
  n,  absolut  betrachtet,  auch  keine  sonderliche  Steigerung  erfahren.
Sin  waren
im  Jahre  1900  ....  3815,00  Mill.  Frcs.
„  „  1913  ■  ■  .  ■  5067.00  „  „
d.  h.  eine  Zunahme  .  .  1252,00  Mill.  Frcs.
t  fortschreitender  politischer  Gegensätzlichkeit  zu  Deutschland
wuch  das  Verlangen  nach  einer  Kräftigung  des  Heeres  und  der  Flotte.
E  b  gann  eine  zielbewußte  Aufbesserung  des  Etats  für  den  Kriegs ­
            
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