Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Landtagsabgeordneten  Trimborn,  damals  Stadtverordneten  in
Köln,  bestellt.  Die  Schriftleitung  übernahm  Dr.  Otto  Thissen
(Köln).  Im  Januar  1910  erschien  im  Bachemschen  Kommissionsverlage ­
  die  erste  Nummer  dieser  „Kommunalpolitischen
Blätter,  Archiv  für  die  Angelegenheiten  der  Selbstverwaltungskörper ­
  in  Stadt  und  Land“.  Die  Zeitschrift  fand  nicht  nur  in
der  Rheinprovinz,  sondern  auch  in  anderen  deutschen  Landesteilen,
wo  die  Zentrumspartei  in  den  Gemeindekörperschaften  vertreten
ist,  eine  günstige  Aufnahme  und  hat  auf  die  Anbahnung  und
Förderung  des  organisierten  Zusammenschlusses  der  Zentrums-Gemeindevertreter
  einen  wesentlichen  Einfluß  ausgeübt.  Nachdem
1914  eine  Stadtverordnetenvereinigung  der  Rhein.  Zentrumspartei
und  —  im  weiteren  Ausbau  derselben  —  1917  eine  Kommunalpolitische ­
  Vereinigung  (Stadtverordneten-  und  Gemeindevertretervereinigung ­
  der  Zentrumspartei)  gegründet  und  die
Kommunalpolitischen  Blätter  zu  deren  offiziellem  Organ  bestimmt
worden  waren,  wurde  aus  den  Kreisen  dieser  Vereinigung  ein
eigenes  Verlagsunternehmen  geschaffen:  Kommunal-Schriften-Verlag
  G.  m.  b.  H.  (Geschäftsführer  Dr.  Otto  Thissen),  an  den  die
Zeitschrift  aus  dem  Kommissionsverlag  J.  P.  Bachem  mit  dem
1.  Januar  1918  überging.  Die  Druck-Herstellung  verblieb  der
Bachemschen  Offizin.
Aus  dem  Bachemschen  Kommissionsverlag  geht  seit  1908  auch
Alt-Köln,  das  Organ  des  gleichnamigen  Vereins,  hervor,  der
1902  gegründet  wurde  zur  Erhaltung  kölnischer  Eigenart  und
Pflege  kölnischer  Geschichte.

b)  Die  „Kölnischen  Blätter“
und  die  „Kölnische  Volkszeitung“  1860  bis  1918.
Wurden  auch  im  Verlag  und  in  der  Druckerei  schöne  Erfolge
erzielt,  so  war  bisher  doch  Josef  Bachems  Lebenswunsch,  eine
politische  Zeitung  aus  seinem  Verlag  ausgehen  zu  sehen,  unerfüllt
geblieben.  Die  Einwohnerzahl  der  Stadt  Köln  war  mittlerweile
auf  100000  gestiegen,  von  denen  vier  Fünftel  katholisch  waren,
die  Stadt  selbst  hatte  sich  zur  bedeutendsten  Westdeutschlands
entwickelt.  Mit  den  Wünschen  Josef  Bachems  trafen  Anregungen
von  seiten  des  Kölner  Weihbischofs  Dr.  Baudri  und  des  Domkapitulars ­
  Dumont  zusammen,  die  Bachem  zur  Gründung  einer
            
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