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Hinter Rdziostów gelangen wir nach den eocenen Sandsteinen zu
Menilit-Schiefern, die in einer steilen Wand am Dunajec-Fluß anstehen
und die nichts anderes sind, als die Fortsetzung jenes Zuges von Wielopole,
Wielogtowy u. s. w.
4. Die ìlmgebung von fílçqamj.
Das Terrain vonKl^czany ist sowohl bergmännisch als auch geologisch
sehr interessant, denn erstens ist der hiesige Naphtabergbau der westlichste
in den Karpathen, und zweitens sind die Lagerungsverhältnisse der Schichten
äußerst complicirt.
In Folge des letzteren Umstandes halten wir es für angezeigt, der
leichteren Uebersicht halber zuerst einzelne Profile in verschiedenen Richtun
gen darzustellen, und erst später unsere Ansichten über den Bau der ganzen
Gegend klarzulegen.
a. Das Smolnik-Thal zwischen seiner Mündung und dem Khczaner
Meierhofe, ferner das Thal des Bierzwicki-Baches und die Profile
gegen S.
Das breite Erosions-Thal des Tunajec-Flusses vereinigt sich bei
Marcinkowice mit dem Smolnik-Thale und zeigt große Schottcrmassen,
die sich einige Kilometer weit in das letztere Thal — überall von der Erle
und Weide überwuchert — hineincrstrecken.
Zu beiden Seiten dieses Thales erheben sich ziemlich steile Bergrücken,
die in ihren unteren Partieen aus Menilit-Schiefern bestehen.
Wo nur eine Schlucht oder eine Wand uns den Einblick in den Bau
des Gebirges gestattet, sieht man überall kaffeebraune Schiefer mit Fisch-
resten und Hornsteinen. Ihre Lagerung ist äußerst gestört, das Streichen
und das Fallen wechselt alle Augenblicke.
Oberhalb der Wohnung des Herrn Fauk am Fuße des Rozdziele Berges
befindet sich ein Stollen, in dem die Menilit-Schiefer zuerst das Streichen
9 h bei südlichen später aber 12 h S. bei westlichen Einfallen zeigen.
Unweit davon befindet sich ein Schacht, der schon während unserer
Anwesenheit in kaum einiger Meter Tiefe, dickflüssiges, thceriges Oel, aller
dings in geringen Quantitäten lieferte.
Auf der Halde des Schachtes und des Stollens sieht man außer den
Schiefern auch poröse Sandsteine, die wahrscheinlich die Lagerstätte des
Petroleums bilden.
Außerdenl sieht man auf der linken Seite des Smolnik Baches auf dem
Bergabhange oberhalb Kltzczany einige (jetzt aufgelassene) Schächte, deren
Halden ausschließlich aus den Menilit-Schiefern bestehen. Erst bei Chom-
ŗanice zeigen sich im Bachthale auch die rothen Thone, worauf wir bald
zu sprechen kommen.