62
10% Pence. Die Waren sagen sich so in ihren Geldnamen, was sie
wert sind, und das Geld dient als Rechengeld, so oft es gilt, eine
Sache als Wert und daher in Geldform zu fixieren.®
Der Name einer Sache ist ihrer Natur ganz äußerlich. Ich weiß
nichts vom Menschen, wenn ich weiß, daß ein Mensch Jakobus
heißt. Ebenso verschwindet in den Geldnamen Pfund, Taler, Frank,
Dukaten usw. jede Spur des Wertverhältnisses. Die Wirre über
den Geheimsinn dieser kabbalistischen Zeichen ist um so größer,
als die Geldnamen den Wert der Waren und zugleich aliquote Teile
eines Metallgewichts, des Geldmaßstabes, ausdrücken.*! Ander-
seits ist es notwendig, daß der Wert im Unterschied von den bunten
Körpern der Warenwelt sich zu dieser begriffslos sachlichen, aber
auch einfach gesellschaftlichen Form fortentwickle.®?
Der Preis ist der Geldname der in der Ware vergegenständ-
lichten Arbeit. Die Aequivalenz der Ware und des Geldquantums,
dessen Name ihr Preis ist, ist daher eine Tautologie,® wie ja über-
haupt der relative Wertausdruck einer Ware stets der Ausdruck der
Erster Abschnitt.
0 Note zur 2. Ausgabe. „Als man den Anacharsis fragte, wozu die
Hellenen das Geld brauchen, antwortete er: zum Rechnen.“ (Alhenaeus:
„Deipnosophistai‘“, 1, IV, 49 v. 2. ed. Schweighäuser, 1802.)
$1 Note zur 2. Ausgabe. „Weil das Gold als Maßstab der Preise in den-
selben Rechennamen erscheint, wie die Warenpreise, also zum Beispiel eine
Unze Gold ebensowohl wie der Wert einer Tonne Eisen in 3 Pfd. Sterl.
17 Shilling 10*/2 Pence ausgedrückt wird, hat man diese seine Rechennamen
seinen Münzpreis genannt. Die wunderliche Vorstellung entstand daher, als
ob das Gold (respektive Silber) in seinem eigenen Material geschätzt werde
und im Unterschied von allen Waren von Staatswegen einen fixen Preis er-
halte. Man versah die Fixierung von Rechennamen bestimmter Goldgewichte
für Fixierung des Wertes dieser Gewichte.“ (Karl Marz: „Zur Kritik der
Politischen Oekonomie“, S. 52.) [Stuttgarter Ausgabe S. 59.]
% Vgl. „Theorien von der Maßeinheit des Geldes“ in „Zur Kritik der
Politischen Oekonomie“, S. 53 ff., Stuttgarter Ausgabe S. 61 ff. Die
Phantasien über Erhöhung oder Erniedrigung des „Münzpreises‘“, die
darin besteht, die gesetzlichen Geldnamen für gesetzlich fixierte
Gewichtsteile Gold oder Silber auf größere oder kleinere Gewichts-
teile von Staats wegen zu übertragen und demgemäß auch etwa 1/4 Unze
Gold statt in 20 künftig in 40 Shilling zu prägen — diese Phantasien,
soweit sie nicht ungeschickte Finanzoperationen gegen Staats- und
Privatgläubiger, sondern Ökonomische „Wunderkuren“ bezwecken, hal
Petty so erschöpfend behandelt in „Quantulumeumque concerning Money. To
Ihe Lord Marquis of Halifax. 1682“, daß schon seine unmittelbaren Nach-
folger, Sir Dudley North und John Locke, von späteren gar nicht zu reden,
ihn nur verflachen konnten. „Wenn der Reichtum einer Nation,“ sagt er
anter anderm, „durch eine königliche Verfügung verzehnfacht werden
könnte, wäre es befremdlich, daß solche Verfügungen nicht schon längst von
unsern Regierungen erlassen worden sind.“ (In dem eben zitierten Werke;
S. 36.)
% „Oder man muß sich entschließen zu sagen, daß eine Million in Geld
mehr wert ist als derselbe Wert in Waren“ (Le Trosne: „De 1’Interet Social“
p. 922), also „daß ein Wert mehr wert ist als ein gleicher Wert“,