Die Organisation des britischen Weltreichs.
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spieligen Rüstungen zwingen werde. Eine Zeitlang ist die Erfüllung
dieser Ziele scheinbar möglich gewesen. Mit Ausnahme von Kanada
hatten die Kolonien keine Nachbarn. Der Anfang der 80er Jahre
sah jedoch ein Wiederaufleben der kolonialen Ausbreitungs
bestrebungen bei allen Völkern. Deutschland wurde in Neu-Guinea
und in Südwestafrika der Nachbar britischer Tochtervölker. Ruß
land drang in Nordchina, Frankreich in Indochina ein; es erreichte
zwar nicht die Angliederung der neuen Hebriden, es hat aber Eng
land zu einem Kondominium über dieselben genötigt (1887) und
deutlich gezeigt, daß es weder im Stillen Ozean noch an der Küste
Neufundlands gewillt ist, seine alten kolonialen Rechte aufzugeben.
Die Vereinigten Staaten sind unter die Kolonialmächte gegangen
und haben die Idee des Fernhaltens von internationalen Reibungen
aufgegeben. Vor allem aber ist in Japan eine neue Macht entstanden,
deren überzählige Bevölkerung nach Ansicht der Australier und
Neuseeländer gerne in die weiten leeren Räume einströmen möchte,
die eine spärliche weiße Bevölkerung heute weder zu nützen noch
zu besiedeln vermag, die sie aber vor asiatischer Einwanderung zu
schützen gewillt ist. Die eingebildete Isolierung der Kolonien ist zu
Ende. Sie werden nur wählen können, ob sie sich, wie bisher, dem
Schutze des Mutterlandes anvertrauejn wollen, oder ob sie sich als
selbständige Staaten aus eigener Kraft zu verteidigen gedenken.
Die Bürde, die dem Mutterlande für die Reichsverteidigung obliegt,
ist zudem in den letzten 30 Jahren riesenhaft angewachsen. Die Aus
gaben für das Landheer, die 1881/2 17 000 000 £ betrugen, sind in dem
Voranschlag für das laufende Jahr mit 28 000 000 £ angesetzt. Die
Ausgaben für die Reichsflotte sind von nicht ganz 11 000 000 £ für
1881/82 auf 31 000 000 £ für 1901 und auf 46000000 £ für 1913/14 ge
stiegen. Die Tochtervölker haben aus freien Stücken dem Reiche
Hilfe geleistet. Sie stellten über 30 000 Freiwillige für den südafrika
nischen Krieg und haben seit 1887 dem Mutterlande Zuschüsse zur
Flotte geleistet. Diese Leistungen sind indes nicht beträchtlich ge
wesen. Während das Mutterland 1902/03 für Flottenzwecke 15 sh
1 d pro Kopf der Bevölkerung aufwandte, erreichte die Belastung
der Tochtervölker gerade 4 d; 1905/06 war der Anteil des Mutter
landes auf 15 sh 51/2 d, der der Tochtervölker auf etwas über 6 d
gestiegen; die gesamte Leistung des britischen Steuerzahlers für