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Untersees, der sich allmählich zum Rheinausfluß bei
Stein verengert. Fünf Staaten haben sich mehr oder-
weniger bedeutende Uferanteile gesichert: Außer der
Schweiz sind es Baden mit Konstanz, Württemberg
mit Friedrichshafen, ein schmaler Streifen bayrischen
Bodens längs der alten Handelsstraße von Augsburg
her mit der Kopfstatiou Lindau und endlich das öster
reichische Vorarlberg mit Bregenz.
An der großen Wasserfläche des „schwäbischen Meeres"
läßt sich bei klarer Fernsicht bentlich die Wölbung des Seespiegels
infolge der Kugelgestalt der Erde beobachten. Aus der 40 Ion
langen Strecke zwischen Lindau und Konstanz wölbt sich der
Wasserspiegel 31,4 m hoch über der Geraden (über der Bogen
sehne). ’ Wer vom Ufer von Lindau aus mit dem Fernglas die
Seefläche absucht, dem scheint die Hänserinasse von Konstanz
hinter der Wasserwölbung versunken zu sein; nicht einmal die
Türme tauchen in den Gesichtskreis empor.
Orte am See Die Ortschaften am Seeufer sind aus ehemaligen
Fischersiedluugen durch günstige Verkehrslage, Industrie
und Landwirtschaft zu ihrer gegenwärtigen Größe und
Bedeutung herangewachsen; manche unter ihnen haben
in den hart am Wasser liegenden Vierteln den Charakter
voll Fischerdörfern gewahrt. Der Ertrag der Fischerei
wird durch den Umstand beeinträchtigt, daß die Nach
barn am rechten Ufer die ganze Seefläche als Gemein
gut der fünf Uferstaaten betrachten und mit Vorliebe
auf der Schweizer Seite dem Fang nachgehen.
Das einstige Fischerstädtchen Arbon ist durch die
Stickerei und den Maschinenbau zum volksreichsten Ort
des Thurgaus geworden, 10300 E. Rom ans Horn
ist ein bedeutender Getreidemarkt; als Endpunkt des
Hauptcisenbahnstranges Genf-Bodensee steht es in leb
haftem Schiffsverkehr mit den gegenüberliegenden Ufer
orten Friedrichshafen, Lindau und Bregenz. 1913 be
förderten die Trajektschiffe 85000 Güterwagen über den
See. In der Nähe des wichtigsten Bodenseehafens, Kon
stanz, eröffnet das Dorf G o t t l i e b e n die Reihe der an