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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
Fundamente eine wirkliche Betätigung der Menschenliebe
(humanitas) möglich sein wird. — Auch unser Losungswort
ist jener Ausspruch Gournays, welcher trotz seiner falschen
Grundlage so mächtig auf die Entwickelung der Völker
eingewirkt hat: laisser faire, laisser passer, le monde va
de lui-meme. Nur wollen wir, daß die ewigen Gesetze be
treffs des Eigentums am Erdboden zur Geltung gelangen
sollen. Im Prinzip radikale Freihändler, erstreben
wir das Ziel in langsamem Tempo, Zug um Zug
mit der Bodenreform. Eines aber mit dem anderen,
keines ohne das andere!
Das wahre Eigentum kann nur beruhen, wie das Wort
sagt, auf eigenem Tun; nur dieses Eigentum kann vor gött
lichem und menschlichem Hechte bestehen. Alles Eigentum
aber, welches auf der Ausbeutung fremder Arbeit beruht
und nicht dem eigenen Schaffen zu danken ist, ist Diebstahl
und daher unsittlich und verwerflich. W T ie die kapitalistische
Ordnung einen rohen Kommunismus in sich schließt, da
sich einzelne Drohnen von dem natürlichen Eigentume aller
an der Erde und der Tätigkeit der Massen mästen, so
will die sozialdemokratische Doktrin einen ebenso gefährlichen
Kommunismus, nur mit dem Unterschiede, daß jetzt die Un
fähigen die Fähigen resp. die Massen die einzelnen ausbeuten
sollen. Soll aber die Menschheit zu höherer Kultur, zu reinerer
Sittlichkeit emporsteigen, so müssen die Eigentumsbegriffe
immer klarere und schärfere werden. Denn bei der un
geheueren Geschwindigkeit, mit der sich die Kapitalien in
neue Werte umsetzen, ist bei falschen wirtschaftlichen
Grundlagen nur zu leicht der Selbstgier Tür und Tor ge
öffnet, zumal die Hauptaneignung fremder Arbeit in schein
bar so gerechter Weise durch Rente und Zins vor sich
geht, daß die Massen sie gar nicht merken.
Bodenreform und Freihandel können nicht durch eine
mit allem Bestehenden brechende Gesetzgebung in ihrer