Object: Die deutsche Kali-Industrie 1930

macht hatte. Das gleichzeitig hierin ausgesprochene Abteuf-Verbot ist inzwischen 
mehrmals verlängert worden, zuletzt bis Ende des Jahres 1931. Wesentlich für den 
Erfolg der Stillegungsverordnung war die Garantierung eines Quotenanteils für 
stillzulegende Anlagen bis Ende 1953. Zwar verzögerten die Inflationsverhältnisse 
die Entwicklung etwas mehr als ursprünglich vorgesehen war, doch ist das be- 
absichtigte Ergebnis, nämlich die Ausmerzung der mit der niedrigsten Differential- 
rente arbeitenden Anlagen, die wichtigste Voraussetzung für die in den letzten 
Jahren erzielten Rationalisierungs- und Gewinnerfolge. 
Französische Kali-Industrie 
und deutsch-französische Verständigung 
Nach langen Vorverhandlungen wurde am 10. April 1926 das deutsch- 
französische Kaliabkommen von Lugano und am 29. Dezember 1926 der end- 
gültige Vertrag zu Paris geschlossen. Vertragspartner waren deutscherseits das 
Deutsche Kalisyndikat G. m. b. H. und die ihm angeschlossenen Firmen, 
Französischerseits die Socie&te& Commercialedes Potassesd’Alsace so- 
wie die angeschlossenen Mines Domaniales de Potasse d’Alsace und 
lie Socie&t& de Mines de Kali Sainte The&r&se. Die zuletzt genannten 
Gesellschaften sind die größten französischen Produktionsfirmen, die die 
[ranzösische Kaliindustrie zu zwei, bezw. einem Drittel beherrschen. Die Soci6te 
Commerciale ist eine Art Verkaufssyndikat. 
Die Gebietsabgrenzung, die der Vertrag festlegte, sichert der Soci&te Commer- 
ciale den ausschließlichen Absatz in Frankreich sowie dessen Kolonien und 
Mandatsgebieten, dem Deutschen Kalisyndikat den ausschließlichen Absatz in 
Deutschland. Der jährliche Verkauf außerhalb dieser Heimatgebiete fällt dem 
Kalisyndikat zu 70 % und der Societ& Commerciale zu 30 % zu, doch werden alle 
Mengen, die später ein Gesamtkontingent von 840 000 to Reinkali überschreiten, im 
Verhältnis 50:50 aufgeteilt, Eine der wichtigsten Auswirkungen der zunächst auf 
10 Jahre bemessenen Vereinbarung war die Bildung gemeinsamer Ab- 
satzgesellschaften, wie sie bisher in Holland, Belgien, der Schweiz, Italien, 
Spanien und England durchgeführt worden ist. 
Die französische Industrie, sowohl die Mines Domaniales, die zu 82,5 % dem 
Staat, zu 11,0% den elsaß-lothringischen Departements und zu 6,5% privaten 
Interessenten gehören, als auch die Privatgesellschaft Sainte Therese, deren Aktien- 
capital kürzlich von 40 auf 80 Mill. Fr. erhöht wurde, hat in den letzten Jahren 
Produktion und Absatz erheblich gesteigert. wie die folgende 
Vebersicht zeigt: 
Produktion und Absatz 
der französischen Kali- 
Industrie 
{923 , 
1924 , 
1925 , 
926 . 
927 , 
‚928 
1920 
Produktion - 
von Rohkalisalzen 
1000 to 
1598 
1164 
1926 
28317 
2322 
2580 
3133 
Gesamtabsatz 
von Reinkali 
1000 to 
260 
285 
324 
338 
378 
428 
190
	        
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