erniedrigt würden. Morgan selbst sah übrigens bei
dem Kauf keine einzige Aktie und kein Zertifikat. Er
zahlte 3 Millionen Dollar, aber kein Papier ging in
seine Hände über; die ganzen Aktien wurden notariell
den Treuhändern übermacht.
Als Ryan die Equitable-Aktien Morgan verkaufte,
übereignete er ihm auch zwei Treuhandgesellschaften,
die Morgan mit der Guaranty Trust Company zu einer
einzigen großen Institution verschmolz. Eine Reihe
von Jahren hatte Morgan hauptsächlich mit der First
National Bank zusammengearbeitet. Aber mit der
immer ‚weiteren Entwicklung der großen Zusammen-
schlüsse ergab sich die Notwendigkeit, immer mehr
und mehr Kapital zu kontrollieren, um es massenweise
in die industrielle Erschließung nicht nur der Ver-
einigten Staaten, sondern auch Mexikos, Mittel- und
Südamerikas und selbst des Fernen Ostens zu werfen.
Es genügte nicht mehr, zwei oder drei Banken zu kon-
trollieren, denn augenscheinlich führte die Tendenz
zum Aufbau möglichst großer und mächtiger Trusts
zur Notwendigkeit der Beherrschung ebenso großer
und mächtiger Kapitalreserven. Die Führerin bei dem
Zusammenschluß unter den Banken war die National
City Bank, in deren Direktorium drei Mitglieder der
Firma Morgan saßen. Zuerst wurden enge und freund-
schaftliche Beziehungen zwischen der National City
Bank, der First National Bank und der Chase National
Bank hergestellt; ihnen schloß sich dann die Bank of
Commerce an. Dann wurden die Mechanics & Metals
National, die Phoenix National, die Chatham National
und die Liberty Bank auf die Liste der Unternehmen
gesetzt, deren Fonds Morgan zur Verfügung standen.
Nicht weniger als sieben Treuhandgesellschaften in der
Stadt New York kamen unter seine unmittelbare Kon-
trolle: die Astor ‚Bankers’, Mercantile, Standard. New
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