Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

erniedrigt würden. Morgan selbst sah übrigens bei 
dem Kauf keine einzige Aktie und kein Zertifikat. Er 
zahlte 3 Millionen Dollar, aber kein Papier ging in 
seine Hände über; die ganzen Aktien wurden notariell 
den Treuhändern übermacht. 
Als Ryan die Equitable-Aktien Morgan verkaufte, 
übereignete er ihm auch zwei Treuhandgesellschaften, 
die Morgan mit der Guaranty Trust Company zu einer 
einzigen großen Institution verschmolz. Eine Reihe 
von Jahren hatte Morgan hauptsächlich mit der First 
National Bank zusammengearbeitet. Aber mit der 
immer ‚weiteren Entwicklung der großen Zusammen- 
schlüsse ergab sich die Notwendigkeit, immer mehr 
und mehr Kapital zu kontrollieren, um es massenweise 
in die industrielle Erschließung nicht nur der Ver- 
einigten Staaten, sondern auch Mexikos, Mittel- und 
Südamerikas und selbst des Fernen Ostens zu werfen. 
Es genügte nicht mehr, zwei oder drei Banken zu kon- 
trollieren, denn augenscheinlich führte die Tendenz 
zum Aufbau möglichst großer und mächtiger Trusts 
zur Notwendigkeit der Beherrschung ebenso großer 
und mächtiger Kapitalreserven. Die Führerin bei dem 
Zusammenschluß unter den Banken war die National 
City Bank, in deren Direktorium drei Mitglieder der 
Firma Morgan saßen. Zuerst wurden enge und freund- 
schaftliche Beziehungen zwischen der National City 
Bank, der First National Bank und der Chase National 
Bank hergestellt; ihnen schloß sich dann die Bank of 
Commerce an. Dann wurden die Mechanics & Metals 
National, die Phoenix National, die Chatham National 
und die Liberty Bank auf die Liste der Unternehmen 
gesetzt, deren Fonds Morgan zur Verfügung standen. 
Nicht weniger als sieben Treuhandgesellschaften in der 
Stadt New York kamen unter seine unmittelbare Kon- 
trolle: die Astor ‚Bankers’, Mercantile, Standard. New 
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