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VIII. Kapitel.
werden, gibt es, soweit die Umlaufsgeschwindigkeit in Betracht kommt,
nichts, was das Preisniveau vor einer Verdoppelung bewahren könnte.
Es kann z. B. nicht bewiesen werden, daß (ausgenommen in Perioden
des Überganges) eine Zunahme in der Quantität des Geldes die Tendenz
habe, die Umlaufsgeschwindigkeit dieses Geldes zu vermindern. Leute,
die diesem Gegenstand niemals Beachtung geschenkt haben, sind der
Meinung, daß die Preise keineswegs zu steigen brauchen, wenn die Quantität
des Geldes urplötzlich eine Verdoppelung erführe, da die Wirkung sich ein
fach in einer Halbierung der Umlaufsgeschwindigkeit äußern würde. Dies
wäre der Fall, wenn sich das Publikum aus irgendeinem unerklärlichen
Grunde entschlösse, unter Beibehaltung genau derselben Ausgaben das
doppelte Quantum des Geldes in Händen zu behalten. Wir haben aber gesehen,
daß die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes durch die Gewohnheiten des
Publikums bestimmt wird. Die Leute finden die Höhe des Betrages, der
ihrem persönlichen Aufwande gemäß der angemessenste ist, selbst heraus.
Wenn demnach Geld und Aufwand mit Rücksicht auf die Bequemlichkeit
des Publikums sich gegenseitig anpassen, so bedeutet das, daß bei einem
gegebenen Preisniveau eine jede Erhöhung des in Händen befindlichen
Betrages sich als unbequemer Überfluß erweisen würde.
Um das Bild zu vervollständigen, wollen wir annehmen, daß der in den
Vereinigten Staaten tatsächlich in Umlauf befindliche und auf den Kopf
berechnete Durchschnittsgeldbetrag außerhalb des Schatzamtes und der
Banken dieses Landes ungefähr $ 15 beträgt, und daß ein geheimnisvoller
Weihnachtsmann den im Besitz jedes Individuums befindlichen Geldbetrag
plötzlich verdoppele. Das heißt, wir nehmen an, daß das Durchschnitts
individuum, das vorher $ 15 besaß, nun $ 30 besitzt. Statistischen An
gaben gemäß verändert sich der auf den Kopf berechnete und in Umlauf
befindliche Durchschnittsbetrag von Monat zu Monat nur um einige Cents.
Während der durchschnittliche Betrag der flüssigen Barmittel eines Indi
viduums auf Grund seiner Einnahmen und Ausgaben notwendigerweise
schwankt, ist der Durchschnittsbetrag der flüssigen Barmittel, der aus den
einzelnen Personen bestehenden großen Masse nur geringen Schwankungen
unterworfen. Wenn nun zur Gesamtzirkulation plötzlich der so große Zu
schlag von weiteren $ 15 per capita kommt, so werden die meisten Leute
nur den Gedanken haben, wie man sich von dieser unbequemen Vermehrung
ihres üblichen Bargeldes befreien kann. Wenn das Geld im Strumpfe oder
im Geldschranke aufbewahrt, in die Erde vergraben oder in das Meer ver
senkt würde, so könnte es keinerlei Tendenz zu einer Erhöhung der Preise
herbeiführen. Statt dessen wird man aber trachten, von diesem Gelde