Full text : Leben und Lehre des Buddha

Die  Kasten  und  der  Orden.

47

Vollendete  verkündigt  hat,  aus  der  Heimat  in  die  Heimatlosigkeit
gehen,  den  alten  Namen  und  das  alte  Geschlecht  und  erhalten  nur
den  einen  Namen  „Asketen,  die  dem  8äkyasohne  anhängen  (Pali:
samanä  Sakyaputtiyä)".  In  Wirklichkeit  war  der  Kreis  seiner
nächsten  Jünger  vorwiegend  aus  den  oberen  Ständen  zusammengesetzt. ­
  Lnanäa  und  Devadatta  waren  aus  seinem  eigenen  Geschlechte, ­
  also  Adlige.  Adlig  war  auch  Anuruddha.  Säriputra
und  Maudgalyäyana  waren  Brahmanen,  Kabula  Buddhas
eigener  Sohn.  Aber  daß  Buddha  keinen  Unterschied  machte,  ist
gewiß.  üpali  war  Barbier.  Unter  den  Ltllaviras  (Pali  Pllsra),
„den  Ältesten",  von  denen  uns  Verse  erhalten  sind,  die  schon  erwähnten ­
  Pllsragätbäs,  erscheint  Anguliiuäla,  der  gefürchtete
Räuber.  Der  Sthavira  Sunita  sagt  dort  von  sich:  „Aus  niedrigem
Geschlechte  bin  ich  geboren,  arm  und  dürftig.  Niedrig  war  meine
Beschäftigung;  ich  räumte  (verwelkte)  Blumen  aus  (den  Tempeln).
Ich  war  verachtet  von  den  Menschen,  gering  angesehen  und  gescholten. ­
  Demütig  verbeugte  ich  mich  vor  vielen  Menschen."
Buddha  nahm  ihn  in  den  Orden  auf,  und  Sunxta  erlangte  durch
Eifer  die  Erlösung.  Da  sprach  Buddha  zu  ihm:  „Durch  heilige
Glut  und  durch  keuschen  Wandel,  durch  Bezähmung  und  Selbstbezwingung, ­
  dadurch  wird  man  zum  Brahmanen;  das  ist  das
höchste  Brahmanentum."  Der  Sthavira  Svapäka  (PaliSopäka)
gehörte,  seinem  Namen  „Hundekoch"  nach  zu  schließen,  vermutlich
dem  allerverachtetsten  Stande  derer  an,  die  für  die  Hunde  kochten.
Der  Mönch  8vati  war  Fischer,  N  anda  Kuhhirt  gewesen.  Ebenso
bunt  war  die  Gesellschaft  der  weiblichen  Ältesten,  der  Sthavins
(Pali  Iherx).  Vimala  war  die  Tochter  einer  Hetäre  und  hatte
versucht,  den  Maudgalyäyana  zu  verführen.  Ambapalx  war
selbst  Hetäre  gewesen;  Puma  war  die  Tochter  einer  Haussklavin  des
Anathapindika,  Cäpä  die  Tochter  eines  Jägers,  dessen  Stand  in
Indien  für  unrein  galt,  andere  stammten  aus  armen  Familien.
Buddha  und  seine  Jünger  sahen  es  gern,  wenn  junge  Leute  aus
vornehmen  und  reichen  Häusern  in  den  Orden  traten,  weil  das  diesem
zu  Ansehen  und  Nutzen  gereichte.  Aber  im  Orden  selbst  gab  es  keinen
Unterschied  des  Standes  mehr.  Es  heißt:  „Wenn  aus  diesen  vier
Kasten  einer  ein  Mönch  wird,  ein  Heiliger  wird,  die  Betörung  zerstört ­
  hat,  vollkommen  und  vollendet  ist,  die  Last  abgelegt  hat,  die
das  Haften  an  der  Welt  dem  Menschen  aufladet,  seinen  Zweck  erreicht ­
  hat,  jedes  Band  mit  dem  Dasein  gelöst  hat  und  durch  vollkommene ­
  Erkenntnis  erlöst  ist,  dann  ist  er  allen  übergeordnet
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.