Full text : Kapitalsanlage und Vermögensverwaltung

eine  auf  ihn  von  dem  Kunden  gezogene  Tratte,  die  am
20.  Juni  fällig  ist,  so  erfolgt  die  Belastung  natürlich
erst  per  Verfall,  d.  i.  der  20.  Juni.
Zahlungen,  die  nach  12  Uhr  mittags  erfolgen,  oder
Sendungen  und  Giroüberweisungen,  die  nach  dieser  Zeit
eintreff  en,  werden  dem  Kommittenten  in  der  Regel  erst
per  nächsten  Werktag  gutgeschrieben,  da  der  Bankier
vorher  das  Geld  meist  nicht  mehr  zinsbringend  anlegen
  kann.  Kupons  werden  in  der  Regel  erst  mehrere
Tage  nach  Ablieferung  gutgeschrieben,  valutiert,  wie
der  terminus  technicus  dafür  lautet.
Der  Provisionssatz  wird  bei  Eröffnung  des  Kontokorrentverkehrs ­
  zwischen  dem  Bankier  und  dem  Kunden
vereinbart.  Im  allgemeinen  wird  die  Provision  von  der
größeren  Seite  berechnet,  doch  ist  ein  Kreditsaldo  gewöhnlich ­
  provisionsfrei.
Bei  der  retrograden  oder  französischen  Methode
wird  als  Grundlage  für  den  Verfall  der  einzelnen  Posten
nicht  der  Abschluß-,  sondern  der  Anfangs  tag  der
Kontokorrentperiode  angenommen.  Die  Zinsen  werden
von  jedem  Verfalltage  rückwärts  (retrograd)  bis  zum
frühesten  Verfalltermin  des  Kontokorrents  (Epoche)  gerechnet. ­
  Auf  diese  Weise  findet  eine  Diskontierung
sämtlicher  Kapitalposten  statt.  Die  Zinszahlen  sind  also
Diskontnummern  oder  negative  Zins  zahlen,  die  durch
Transport  auf  die  Gegenseite  zu  eigentlichen,  positiven
Zinszahlen  werden.  Da  es  darauf  ankommt,  zu  ermitteln,
wieviel  der  Saldo  am  Ende  der  Kontokorrentperiode  beträgt, ­
  muß  der  Kapitalsaldo  beim  Abschluß  für  die  Zeit
von  der  Epoche  bis  zum  Abschußtage  verzinst  werden.
Die  Staffelrechnung  oder  englische  Methode  besitzt ­
  den  großen  Vorzug,  daß  man  jederzeit  den  Kontostand ­
  ersehen  kann  und  einen  Überblick  hat,  ob  und
wie  lange  der  Kunde  Debitor  oder  Kreditor  gewesen
ist.  Deswegen  bedient  man  sich  ihrer  besonders  bei  Depositenkonten ­
  ,  bei  denen  der  Zinsfuß  im  Laufe  der
Rechnungsperiode  Veränderungen  unterworfen  ist.  Aus
77
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.