Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die Wohnungsfrage. 
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fremder Arbeit ermöglichen. Grundrente, Zins und 
Unternehmerprofit nehmen den Löwenanteil der Pro 
duktion für sich in Anspruch und überlassen davon der 
schaffenden, geistigen und körperlichen Arbeit nur einen 
winzigen Rest. Von diesen werden wir bei Besprechung 
der Wohnungsfrage vor allem die Grundrente und den 
Zins hervorheben. Vom Lande kann die Bevölkerung noch 
abziehen, sie kann den Steigerungen des Pachtzinses usw. ent 
gehen, aber einmal in der Stadt können die Menschen weder 
vorwärts noch rückwärts, hier müssen sie stillhalten und 
zahlen. Besonders groß ist aber die Erpressung, wenn, 
wie es neuerdings vielfach geschieht, Aftermieter ganze 
Häuser pachten, um sich durch Vermieten einen Lebens 
unterhalt zu verschaffen. Solche Wohnungen sind auch 
die schmutzigsten und teuersten, zumal an Reparaturen 
kaum gedacht wird. Ist das Haus gründlich abgenutzt, so 
findet sich immer noch ein feiner Käufer, der es fertig 
bringt, sein Schäfchen ins trockene zu bringen und die 
bitterste Armut auszusaugen. Das Wohnhaus, die Stätte, 
welche unsem Kindern die ersten und bleibenden Eindrücke 
gibt, ist zum Spekulations-, zum Wucherobjekt geworden — 
ein unwürdiger und unerträglicher Zustand! 
Am meisten gewinnen in solchen vom Strome der Ein 
wanderung bevorzugten Städten die Eigentümer von.Grund 
und Boden, und es ist für jemanden, dem dieser Gang 
unbekannt ist, schier unglaublich, welche Preise für ein 
Fleckchen Erde erzielt werden. Dürre Sandlöcher selbst, 
welche man vor einigen Jahrzehnten fast geschenkt erhalten 
konnte, bringen ihren Besitzern ungeheure Summen ein, 
ohne daß diese auch nur einen Finger zu rühren brauchen. 
Eine ungeahnte Bautätigkeit entwickelt sich in den 
Städten, nicht allein der Bodenspekulant schwimmt in 
Wonne, auch die Handwerker und Kaufleute sehen den 
Himmel voller Geigen. Da das Kapital von den Kapitalisten 
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