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V. Theil. »Statistik der Sterblichkeitsverhältnisse.
Tabelle 5.
Wahrscheinliche und wirkliche Sterbefälle für die :20 englischen
Gesellschaften etc. in verschiedenen Perioden der Versicherung.
Ver
siche
rn iurs-
.jahr
Zahl
der
Personen
unter Risico
(20 engl.
Ges., Männer)
Wirkliche
Zahl der
Sterbefftlle
3—5
6—10
11—15
16—20
21—25
26—30
31-63
63 644,3
116 565
IO3 312,5
252 291,5
288 416
I70 529
96 560
52 939,5
26 232,5
18468
290
891
1 028
3177
4 515
3 589
2 014
1 877
1 210
1 250
Eechnungsmäsige Zahl der Sterbefälle und Procentsatz der wirk
lichen von der rechnungsmäsigen Zahl der Sterbeialle.
Nach der Tafel der
17 englischen Ge -
s ollschaften
Rechnungen!.
Zahl
d.
687,91
I 310.63
1 208,71
3 213,7«
4 389.88
3 347.2*
2 5 t4'89
I 818.28
I 180,11
I 228,77
42,2
68.0
85.0
98,86
102.85
107.22
103,95
103.23
102,53
101,73
Nach der Sterb
lichkeitstafel des
Englischen Adels
von Day (Männer)
Rechnungsm.
Zahl
d.
699,66
I 309,51
1 186,64
3 062,46
4033,80
3 010.48
2 236,42
I 604,32
I 043,47
I 135,2»
4 * .45
68,04
86,63
103,74
111,93
119.21
I l6,89
I l6,99
I I 5-9(1
I 10,10
Nach der Tafel der
20 englischen Ge
sellschaften
( Männer)
Rechnungsm.
Zahl
d.
650,32
I 246,93
1 156,45
3 104,08
4 295,0e
3 300,41
2 483,7«
i 796,85
i 168,66
i 224.62
44.6
71-5
88,,
98,64
105,12
108,74
105,24
104,46
103.6 4
102.07
bis 35, welche selbstverständlich nicht viele Versicherungsjahre
umfassen können, eine Abnahme überhaupt nicht bemerkbar ist.
Die nächste Frage, welche gegenüber den ebenso merk
würdigen als unerwarteten Sprague’schen Resultaten entsteht,
ist die, auf welche Weise sich dieselben, oder vielmehr die in
denselben beobachtete Anomalie erklären lassen. Sprague
selbst und mit ihm die meisten übrigen Techniker sind der
Ansicht, dass die Anomalie von der combinirten Wirkung der
ärztlichen Auswahl und des Abganges gesunder Leben aus der
Beobachtung herrühre, indem sie annehmen, dass ein frei
williger Abgang hei Lebzeiten fast ausschliesslich von solchen
Personen ausgehe, welche sich durchaus gesund fühlen und
im Durchschnitt eine bessere Gesundheit haben, als der zu
rückbleibende Bestand. Mit dieser Hypothese erklärt sich das
Resultat der Beobachtung allerdings ganz gut, wie hier in
Kürze nachgewiesen werden soll.
Unmittelbar nach der Aufnahme ist die Sterblichkeit durch
die ärztliche Auswahl stark herabgedrückt ; allmählig entwickeln
sich aber in einem Theile der ursprünglich Gesunden acute
und chronische Krankheiten, welche das Verhältniss der wirk
lichen Sterblichkeit zu dem allgemeinen Durchschnitt, d. h. der
dem jeweiligen Alter entsprechenden normalen oder durch
schnittlichen Sterblichkeit, erst rascher, dann langsamer —
weil nach einer gewissen Zeit eben der durchschnittliche Gesund
heitsgrad der vorhandenen Risicen schon demjenigen nahe kom
men wird, welcher ohne Auswahl, aber unter sonst gleichen
Umständen stattfinden würde — steigen lässt. Findet eine
Veränderung des Personenhestandes in der Gesellschaft nur
durch Tod statt, so wird das Verhältniss offenbar dauernd
steigen, oder es wird schliesslich ein Stillstand eintreten, je nach
dem jener normale Gesundheitszustand schliesslich erreicht wird
oder nicht. Findet dagegen zeitweise auch ein Abgang bei
Lebzeiten und zwar ausschliesslich oder vorzugsweise von
Seiten der gesunden Personen statt, so muss zunächst das in
Rede stehende Verhältniss sich noch mehr steigern — da als
dann weniger Personen vorhanden sind, auf welche sich die
Sterblichkeit der verbleibenden schlechten Risicen vertheilt —;
aber diese Mehrsteigerung ist nur eine vorübergehende, indem
von den kränklich gewordenen Individuen innerhalb der Ge
sellschaft ein Theil allmählich genesen, und ein anderer mit
dem Tode abgelien wird, so dass der durchschnittliche Gesund
heitszustand der Zurückbleibenden auch hier sich mehr und mehr
demjenigen nähern wird, welcher vorhanden sein würde, wenn
ein Abgang überhaupt nicht stattgefunden hätte. In Wirklich
keit ist nun der Abgang allerdings nicht auf einzelne Alter
oder Versicherungsjahre beschränkt; der grösste Theil desselben
fällt aber auf die ersten Versicherungsjahre und mit jedem
weiteren Jahre wird er immer schwächer, so dass in den
höheren Jahren das procentale Verhältniss des Abganges
ganz verschwindend klein ist (s. die nachfolgenden Abgangs
tabellen). Es ist demnach klar, dass, wenn der Abgang nicht
sehr gering ist, und — wie Sprague eben annimmt — vor
zugsweise von Gesunden ausgeht, die relative Sterblichkeit genau
den in der obigen Uebersicht ausgesprochenen Verlauf nehmen
muss; denn das gleichzeitige Zusammentreffen der ersterwähnten
normalen Steigerung mit einer zweiten beträchtlichen, aber nur
vorübergehenden, verursacht naturgemäs auch ein vorüber
gehendes Maximum, also eine anfänglich beschleunigte Zunahme
und eine darauf folgende langsame Abnahme.
So befriedigend diese Erklärung der beobachteten Anomalie
nun auch scheinen mag, so gieht es doch mehrere Techniker,
welche dieselbe beanstanden und zwar deshalb, weil sie die
Hypothese von dem besseren durchschnittlichen Gesundheits
zustände der Abgehenden von vornherein für unwahrscheinlich
halten. Wie von diesen ganz richtig bemerkt wird, geht in
den besseren Anstalten — und als solche sind die 20 eng
lischen Gesellschaften, welche von den Engländern selbst als
first rate companies bezeichnet worden sind, ohne Zweifel
anzusehen — der Abgang nämlich zu einem nicht geringen
Theile von solchen Personen aus, welche die Prämie nicht
mehr aufzubringen im Stande sind, also von Personen, deren
öconomische Lage sich verschlechtert hat, so dass es wenig
glaubhaft ist, dass die durchschnittliche Sterblichkeit der Ab
gehenden in der That eine bessere sei, als die des zurück-
bleibenden Hestandes. Es ist deshalb von anderer Seite (Bailey)
i auch der Versuch gemacht worden, den beobachteten eigen-
thümlichen Verlauf der Sterblichkeit auf eine andere Weise zu
erklären und zwar durch gewisse Annahmen über die Be
schaffenheit der ärztlichen Auswahl selbst. Diese Erklärung
geht nämlich davon aus, dass die ärztliche Auswahl seihst
unter den günstigsten Umständen nur eine unvollkomiVme sein
könne, dass es immer einer Anzahl Personen, welche be
wusst oder unbewusst mit irgend welchen gefährlichen Krank
heits-Dispositionen behaftet oder bereits von chronischen Krank
heiten im ersten Stadium ergriffen sind, gelingen werde, die
I Aufnahme zu erlangen. Nimmt man nun an, dass die Zahl