Allgemeine Volkswirtschaftslehre
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tung kontrolliert er die Ergebnisse der Deduktion; die der Be
obachtung zur Komplikation seiner Hypothesen entnommenen
Elemente pflegt er durch arithmetische Beispielgebung zu ver
anschaulichen. Nichtsdestoweniger bleibt sein Räsonnement
äußerst subtil.
Lan dry s Handbuch der Nationalökonomie, das für
Studierende der juristischen Fakultäten bestimmt ist, ent
sprang dem Bestreben, eine reine Volkswirtschaftslehre nach
dem Vorbilde Effertz’ zu schaffen. Es dürfte kaum seinem
Zwecke, ein Handbuch für Studierende zu sein, gerecht werden ;
dazu ist es viel zu subtil-abstrakt und viel zu ausführlich in
theoretischen Erörterungen. Die grundsätzlichen Anschauungen
des Verfassers, welche er Effertz verdankt, kommen in der
Hauptsache erst in dem der Eigentumsfrage gewidmeten An
hang, und auch dort nicht ohne Zurückhaltung, zum Ausdruck.
Im übrigen schöpft er meist aus Philippovich, Böhm-Bawerk,
Wiese, Mengen, in der Wertlehre auch aus Marshall und Colson.
Neben der Eigentumsfrage hat Landry in seinem Handbuch
sowohl, als in seinen frühern Werken, die Fragen des Kapital
zinses und des Unternehmergewinns selbständig vertieft.
Die Zinstheorien teilt Landry in vier Gruppen: 1. die,
welche sich weder an das halten, was erklärt, daß das Kapital
einen Zins erhält, noch an das, was erklärt, das es einen for
dert, d. h. Theorien, welche sich weder an die Nachfrage nach,
noch an das Angebot von Kapitalien halten ( Walras, Lehr)-,
2. die, welche erforschen, warum das Kapital einen Zins erhält
(K. Marx, Turgot, H. George, Wiesen, Mengen) ; 3. die, welche
untersuchen, warum das Kapital einen Zins fordert (Senior)]
4. die, welche sowohl danach fragen, warum das Kapital einen
Zins erhält, als danach, warum es einen solchen fordert (Böhm-
Bawerk). Landry fällt über alle bisherigen Zinstheorien, nach
minutiöser Analyse derselben, das Urteil, daß sie entweder un
vollständig, oder nicht bestimmt (explicite) genug, oder daß
deren Elemente unglücklich angeordnet seien *).
Landry entwickelt selbst eine Zinstheorie, welche diese
drei Klippen vermeiden will. Hier deren Hauptzüge 2 ).
J ) ibid. p. 621 ff.
2 ) ibid. p. 631 ff.