Object: Das Jungdeutsche Manifest

das ist dasselbe, wie behaupten, daß auch 
der Soldat gezwungenermaßen kämpfe. 
Natürlich, dieser wie jener befinden sich 
unter der Einwirkung strenger Drohungen, 
— besonders der Soldat, weil] es schwerer 
ist, sein Leben als seine Kräfte zu opfern, — 
aber das heißt durchaus nicht, daß dieser 
wie jener zwangsweise, nicht freiwillig han- 
‚deln. Hier wäre es vielleicht am Platze, 
sich des tiefen Gedankens Rousseaus zu er- 
innern, daß man zwischen voloute generale 
und voloute€ de tous, dem Ges amtwillen 
und dem Willen aller, einen Unterschied 
machen müsse. Wenn man mich veranlaßt, 
zu kämpfen, so kann ich mich meinem per- 
sönlichen Willen widersetzen, — ich kann 
mich, z. B., irgendwo im Rücken der Ar- 
mee einrichten, — aber ich kann den Ge- 
samtwillen nicht bestreiten, daß gekämpfi 
werden muß und daß auch ich kämpfen 
muß. Daher, wenn ich dennoch in die 
Schlacht gerate und kämpfen werde, so 
wird man — weder vom logischen noch 
vom psychologischen Gesichtspunkte — 
sagen können, daß ich nur gezwungener- 
maßen kämpfe. Nein, mich wird dann der 
Gesamtwille und meine innere Ueberein- 
simmung mit ihm machtvoll;.unterstützen. 
Und vielleicht werde ich mich‘ dann im 
entscheidenden Augenblick, nicht als Feig- 
ling, sondern als Held zeigen. Und wenn 
das bezüglich der Soldaten so ist, so ist es 
in bezug auf den Werktätigen erst recht so. 
Die Arbeits- wie die ‚Militärdisziplin
	        
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