Full text: Die Arbeiterfrage

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und es war von besonderem Interesse, zu beobachten, wie die 
Masse durch das gedruckte Wort suggeriert wurde. Eine größere 
Anzahl verlangte die ausgefüllten Fragebogen zurück. Ein anderer 
Teil wieder drückte sein Bedauern aus, daß ein solch unflätiger 
Artikel erschienen. Aber bezeichnenderweise waren diese Briefe 
anonym an mich gerichtet. Ein Metallarbeiter schreibt: „Aus 
Beiliegendem können Sie die hochstehende geistige Bildung der 
jenigen erkennen, die angeblich Menschenfreunde sein und die 
Gerechtigkeit besonders propagieren wollen. Das sind so 
Musterknaben der Duldsamkeit und Volksaufklärung, die angeb 
lich unser hiesiges Parteiblatt von erleuchteten Genossen fa 
brizieren läßt.“ Ein Bergarbeiter, mit dem ich seit Jahren guter 
Freund, schreibt kurz und bündig: „Da über Ihre Fragebogen 
die beiliegende Notiz durch die Presse gegangen ist, so sende 
ich dieselben mit der Bemerkung zurück, mich weiter mit dieser 
Sache zu verschonen.“ Ein Textilarbeiter resümiert wie folgt: 
„Sie werden es ja selbst wissen, wie es auf die Masse wirkt, 
wenn auf irgendeinen unliebsamen Menschen in der Presse los 
gezogen wird. Dann stürzen sie sich ohne jede Untersuchung 
auf das Opfer wie die wilden Tiere auf ihre Beute“ usw. usw. 
Spontan, aus tiefstem inneren Bedürfnis heraus, beantwor 
teten die Erhebungsformulare bis fünf Tage nach Empfang: 
Bergarbeiter Ruhrgebiet 1,40/0 
Bergarbeiter Saargebiet 0,90/0 
Bergarbeiter Schlesien o,6»/o 
Textilarbeiter Berlin — 
Textilarbeiter Forst ... 2,70/0 
Metallarbeiter Berlin 0,50/0 
Metallarbeiter Solingen 1,7% 
Metallarbeiter Oberstein — 
Nach Beruf und Gegend ergab sich dagegen bei Abschluß der 
Enquete folgendes Bild: 
Bergarbeiter Ruhrgebiet Von 1000 Erhebungsformularen liefen ein 810 
„ Saargebiet „ » „ „„ 720 
„ Schlesien » » » » » 554 
Bergarbeiter Summa 2084
	        
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