Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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der als Resultat der Wirtschaftstätigkeit erscheint. Daß die Men 
schen selbst ihre Geschichte machen, wurde als selbstverständ 
lich angenommen. Es ist indes sehr wichtig, gerade diesen Zu 
sammenhang zwischen dem objektiven Prozeß des Wirtschafts 
lebens einer Gesellschaft, der die Form von „immanenten Ge 
setzen“ angenommen hat, und der Willenstätigkeit des Menschen, 
seinen Bestrebungen und seiner „Freiheit“ aufzuhellen. Nur dann 
werden die Grundfaktoren der wirtschaftlichen Entwicklung 
nicht mehr als leere Formel erscheinen, sondern einen realen 
Inhalt erhalten, weil doch ein „Subjekt“, ein lebendiger Mensch, 
wirtschaftet, der Bedürfnisse, Bestrebungen und Leidenschaften 
hat. 
Adam Smith nahm bei seiner Analyse des Wirtschaftslebens 
der Gesellschaft als Grundsatz an, daß der Egoismus den Men 
schen in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit leitet. Dieser Grund 
satz ist indes ungenau und folglich auch unrichtig. 
Es ist anzunehmen, daß jedes wirtschaftende Subjekt arbeitet, 
weil es sich irgend welche Ziele gesteckt hat. Aber diese seine 
Tätigkeit wird durch äußere Verhältnisse bestimmt. Wenn der 
Mensch danach strebt, gewisse Produkte zur Befriedigung seiner 
Bedürfnisse zu erlangen, so wird die Art und Weise, sowie die 
Richtung, in der er dem entsprechen kann, durch gewisse äußere 
Verhältnisse bestimmt. Zweifellos strebt der Mensch, seine Kräfte 
bei der Herstellung der Produkte so anzuwenden, daß er mit dem 
geringsten Arbeitsaufwand den größten Erfolg erzielen kann. Bei 
jedem wirtschaftenden Subjekt bewegt sich der freie Wille nach 
der Richtung des geringsten Widerstandes, um die notwendigen 
Produkte mit dem geringsten Aufwand von Arbeit zu erhalten. 
Die wirtschaftliche Tätigkeit jedes Menschen geht unter be 
stimmten Verhältnissen vor sich, von denen die Richtung dieser 
Tätigkeit in dem Sinne abhängt, daß der größte Erfolg mit dem 
geringsten Arbeitsaufwand nur in einer bestimmten Richtung zu 
erzielen ist. So braucht beispielsweise ein reicher Mann auch 
nicht Kapitalist zu werden. Aber als wirtschaftendes Subjekt 
wird er das größte Resultat erzielen, wenn er sein Kapital 
in Umlauf setzt. Der Arbeiter wird seine Arbeitskraft veräußern.
	        
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