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Siebentes Kapitel.
druck gelegt haben. Der Theoretiker, der diesen Weg einschlagen
wollte, würde um Stützen nicht verlegen sein. Die
Psychologie bietet ihm ein Gesetz der Heterogonie der
Zwecke 1 . Es ist oft hervorgehoben worden, daß es auf
psychologischem Gebiet etwas dem Gesetze der Erhaltung
der Energie Analoges nicht gäbe. Namentlich in sozialpsychologischen
und soziologischen Untersuchungen ist dieses
Moment sogar sorgfältig ausgearbeitet worden, und es
braucht nur in die ökonomische Theorie eingeführt zu werden.
Dann würden wir über ein selbständiges Erklärungsmoment
der Entwicklung ebenso verfügen wie in unserm Falle, und
die wirtschaftliche Entwicklung würde sich aus dieser psychologischen
Tatsache ebenso erklären, wie der Ablauf der
statischen Wirtschaft aus der einfachen Tatsache der Bey
dürfnisse selbst. ,
Auch an Tatsachen, die dieses/Moment für die Wirtschaft
verifizieren könnten, ist kein/Mangel. Es ist offenbar
nicht schwer zu sehen, daß in Wirtlichkeit die Befriedigung
eines jeden Bedürfnisses weitere neue Bedürfnisse an
die Oberfläche bringt, daß immer, wenn ein Bedürfnis befriedigt
ist, andre Bedürfnisse hervortreten, die man früher
gar nicht gefühlt hat. Man könnte es als feststehend betrachten,
daß die Befriedigung von Bedürfnissen gleichsam
den wirtschaftlichen Gesichtskreis weitet und von selbst
neue Bedürfnisse hervorruft, daß die Bedürfnisbefriedigung
Situationen schafft, in denen man neue Möglichkeiten sieht
und dementsprechend neue Bedürfnisse empfindet. Das
Streben nach Besserung der wirtschaftlichen Lage, das wir
ja in der alltäglichen Erfahrung um uns her überall wahr1
Vgl. Wundt, Ethik, dann sein System der Philosophie, endlich
seine Logik II. Vom ökonomischen Standpunkt hat S. N. Patten
— Consumption of Wealth — besonders das Moment der Bedürfnisdifferenzierung
untersucht, ohne daß dabei, wie ich glaube, viel,herausgekommen
wäre. Vgl. auch Clark, Essentials of economic Theory
p. 206. Stets wird die unanalysierte Tatsache der Bedürfnisausweitung
ohne tiefere Untersuchung einfach hingenommen. Wundt basiert sorglos
weitgehende Schlüsse darauf.