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III. Das Leben des Buddha.
und die Aufhebung des Bannes verlangten. Vergebens suchte
Buddha den Streit zu schlichten. Die beiden Parteien höhnten
und schimpften, ja prügelten einander, so daß die Laien daran An
stoß nahmen. Einer der Mönche war sogar so unverschämt, zu
Buddha zu sagen: „Geh doch fort, du erhabener Herr und Lehr
meister; überlasse dich, erhabener Herr, frei von Sorgen, aufmerk
sam deinen Betrachtungen über die Lehre; wir werden mit unserem
Zank, Streit, Gezänk und Hader schon gut vorwärts kommen".
Buddha bezwang sich, stand auf und ging fort. Am folgenden Tage
berief er, als er von seinem Bettelgange zurückkam, eine Versamm
lung der Mönche und rezitierte, in ihrer Mitte stehend, eine An
zahl Verse: die z. T. jetzt im Dhammapada stehen. Er begann
mit dem Verse: „Laut ist der Lärm, den gewöhnliche Menschen
machen. Niemand hält sich für einen Toren, wenn in der Kirche
ein Zwiespalt entsteht, noch hält er jemanden für höher als sich
selbst", und er endete: „Findet man keinen klugen Freund, keinen
Gefährten, der recht lebt, keinen beständigen, so soll man allein
wandeln, wie ein König, der sein verlorenes Reich verläßt, wie
ein Elefant im Elefantenwalde. Es ist besser, allein zu wandeln;
mit einem Toren gibt es keine Gemeinschaft. Man wandle allein,
tue keine Sünde, frei von Sorgen, wie ein Elefant im Elefanten
walde." Darauf verließ er die Mönche und nach kurzer Rast unter
wegs bei treuen Jüngern, deren Liebe ihn tröstete, zog er nach
Päriloyyaüa, wo er sich nach den unruhigen Tagen von Kau-
sambi in einer einsamen Grotte der Ruhe erfreute. Der Legende
nach kam dort ein Elefant zu ihm, der sich von seiner Herde ge
trennt hatte, und bediente ihn. In der Einsamkeit brachte er die
zehnte Regenzeit zu und wanderte dann nach dem Jetavana. In
zwischen waren die aufrührerischen Mönche in Xauäärubi von den
Laien zur Ruhe gebracht worden, indem sie ihnen nichts zu essen
gaben und ihnen keine Ehrerbietung bewiesen. Sie baten Buddha
um Verzeihung, die er ihnen gewährte, nachdem er den Schuldigen
eine Buße auferlegt hatte. Das Ereignis, das im wesentlichen
historisch sein wird, zeigt, daß schon bei Lebzeiten Buddhas vor
Devadattas Abfall Uneinigkeit in der Gemeinde herrschte. Nach
seinem Tode traten die Unzufriedenen noch offener hervor. Es wird
überliefert, daß Mahäkäsyapa die Nachricht von dem Tode des Herrn
nach einer Woche von einem Mitgliede der Sekte der^jivika,8 sS.67)
erhielt, als er mit seinen 500 Mönchen sich von Pävä nach Kusi-
nagara begab. Einige von den Mönchen, die noch nicht frei von