fullscreen: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

alter des Zusammenschlusses. Bisher wurde der Wett- 
bewerb als das wirksamste Mittel für sozialen Fort- 
schritt angesehen. Aber der Grundsatz des Wett- 
bewerbs ist Rivalität und Kampf. Er wird geführt nach 
dem Prinzip ‚Wechsel, verwechsel das Bäumchen‘, das 
vielleicht in den Frühzeiten der Zivilisation ganz an- 
gebracht gewesen sein mag, der Zivilisation in ihrem 
Höhepunkt aber unwürdig ist. Er ist kostspielig, denn 
er erfordert viele Gesellschaften und Werke, um die 
Arbeit zu leisten, die viel wirtschaftlicher von einer 
einzigen Gesellschaft, einem einzigen Werk geleistet 
werden könnte.” 
Was hier „Zusammenschluß‘ genannt wurde, das 
heißt Zusammenarbeit, existierte als Theorie in Eng- 
land schon lange, bevor es in Amerika in der Form 
der Trusts in die Wirklichkeit umgesetzt wurde. In 
den Vereinigten Staaten hinkte die Theorie des Zu- 
sammenschlusses weit hinter seiner praktischen Ver- 
wirklichung her, und dasselbe gilt von den ethischen 
und politischen Ideen, Regeln und Praktiken dieser 
industriellen Transformation. Der Zusammenschluß 
hat erst wahrhaft große Geschäfte möglich gemacht. 
Der Mann aber, der am allerbesten instinktiv die Dyna- 
mik dieses Fortschrittes vom Wettbewerb zum Zu- 
sammenschluß beherrschte, war J. P. Morgan. 
Dabei darf nicht vergessen werden, daß etwa seit 
den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch 
irgendeine tieferliegende Ursache, vielleicht die Na- 
tur selbst, stetig auf die Konzentration des Kapitals 
und auf die Vereinigung selbständiger industrieller 
Unternehmungen hingewirkt hat. Diese mächtige und 
unwiderstehliche Kraft aber bediente sich mächtiger 
und unwiderstehlicher Persönlichkeiten als Werk- 
zeuge: Carnegie, Frick, Rockefeller, Hill, Huntington, 
Harriman, die Goulds und Vanderbilts — viele andere 
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