Fortschritte des politischen Denkens. 517
Geschlechtes, der jugendliche Geibel, in seinen besten Stunden
der Welt, die er bereits schärfer, realistischer, ein Mann von
Herz, von Glauben, von Treue, erschaute:
Bei Gott, ich zähle nicht zu den Verwegnen,
Die um ein Nichts ein schwer Verhängnis fodern;
Doch besser als am innern Krebs vermodern
Deucht mir's, dem Feind auf blut'gem Feld begegnen .
Krieg! Krieg! Gebt einen Krieg uns für den Hader,
Der uns das Mark versenget im Gebein —
Deutschland ist todkrank, schlagt ihm eine Ader!
Und von der festen Warte seines Glaubens, der sich ihm
in der Vision des Nibelungenenkels offenbarte, ließ er es
hinabschallen in die deutsche Welt:
Wacht auf! Ruft euch die Stimme
Des Wächters von der hohen Zinne,
Wach' auf, du weites deutsches Land!
Die ihr an der Donau hauset
Und wo der Rhein durch Felsen braufet
Und wo sich türmt der Düne Sand!
Habt Wacht am Heimatsherd,
In treuer Hand das Schwert
Jede Stunde!
Zu scharfem Streit
Macht euch bereit!
Der Tag des Kampfes ist nicht weit.